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Vor 170 Jahren wurde Paul von Hindenburg geboren

04.10.2017

Paul von Hindenburg (2. 10. 1847 - 2. 8. 1934) wurde in Posen als Sohn eines preußischen Offiziers geboren. Er absolvierte die damals übliche militärische Laufbahn und nahm als junger Offizier an den preußischen Kriegen gegen Österreich 1866 und gegen Frankreich 1870/71 teil. Mit der Beförderung zum Ersten Generalstabsoffizier der 1. Division in Königsberg 1881 begann sein beruflicher Aufstieg über den Großen Generalstab und Tätigkeiten im Kriegsministerium bis zum Divisionskommandeur. Als Kommandierender General des IV. Armeekorps in Magdeburg wurde er höchster militärischer Repräsentant nach dem Kaiser in Friedenszeiten.

1911 erhielt er altersbedingt seinen Abschied, wurde aber am Anfang des 1. Weltkriegs reaktiviert und nach Ostpreußen versetzt, weil die Absicht des dortigen Oberbefehlshabers v. Prittwitz, die Provinz den einmarschierenden russischen Armeen preis zu geben und eine stabile rückwärtige Verteidigung aufzubauen , von der Obersten Heeresleitung abgelehnt wurde. Man attachierte ihm den höchst fähigen Generalsstabschef Erich Ludendorff (1865 - 1937). Dieser entwarf die entscheidende Strategie, die beiden tief ins Landesinnere vorgestoßenen russischen Armeen getrennt voneinander zu schlagen und aus Ostpreußen zu vertreiben, während es Hindenburg gelang, seine Soldaten zu motivieren und deren Vertrauen zu gewinnen. Es ist nicht überraschend, dass die Ostpreußen dem General , bald Feldmarschall, für die Befreiung dankbar waren und Hindenburg sogar liebten.

Am 29. August 1916 erhob Kaiser Wilhelm II. Feldmarschall von Hindenburg als Nachfolger des Generals v. Falkenhayn zum Chef des Generalstabs des Feldheeres und General Ludendorff zu seinem Ersten Generalquartiermeister. Damit traten beide in die Oberste Heeresleitung ein. Als der erste Weltkrieg zu Ende ging, wurde General Ludendorff im Oktober 1918 entlassen und flüchtete ins Ausland. Feldmarschall v. Hindenburg blieb dagegen Führer der Obersten Heeresleitung, die nach dem Waffenstillstand vor allem die Rückführung der Soldaten von allen Fronten bis zur Unterzeichnung des Friedensvertrags von Versailles im Juli 1919 bewerkstelligte und dann abdankte.

Nach dem Tod Friedrich Eberts wurde Hindenburg 1925 und erneut 1932 höchst demokratisch zum Reichspräsidenten gewählt. Als Nachfolger des Reichskanzlers Generals v. Schleicher ernannte er am 30. Januar 1933 Adolf Hitler zum Reichskanzler. Das ist der Ausgangspunkt für die Verfemungen, denen Paul von Hindenburg heute ausgesetzt ist. Er hatte es nicht gewagt, eine demokratisch gewählte Partei, die damals stärker war als die CDU heute, zu verbieten und von der politischen Willensbildung auszuschließen. Dass er die Zukunft nicht vorausgesehen hat, unterscheidet ihn nicht von heutigen Politikern, und wenn der Bürgermeister von Münster behauptet, Hindenburg sei ein Gegner der Weimarer Demokratie gewesen, ist das blanke Demagogie, denn er wurde in der Zeit des Gottesgnadentums groß. Aber er war ehrlich und korrekt. Paul von Hindenburg hat als gewählter Reichspräsident den Eid auf die Weimarer Verfassung abgelegt und mit preußischem Pflichtbewusstsein darauf geachtet, dass diese stets und konsequent eingehalten wird. Er starb am 2. August 1934.

 
 
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