Deutsch Polnisch Russisch 
 

Gastgeber in Ostpreußen

Gästezimmer im Allensteiner Stadtzentrum
Details anzeigen
Link ber Facebook senden
Seite twittern

Hier finden Sie alle Beiträge im Blog, geordnet nach Kategorien

 

200. Geburtstag von Ferdinand Gregorovius aus Neidenburg

19.01.2021

Ferdinand Gregorovius (19. 1. 1821 - 1. 5. 1891) wurde in Neidenburg als jüngstes von acht Kindern des Kreisjustizrats Ferdinand Timotheus Gregorovius und seiner Frau Wilhemine geboren. Seine Vorfahren führten noch den masurischen Familiennamen Grzegorzewski, aber der latinisierte Name war wohl vornehmer. Ferdinand erhielt zunächst Privatunterricht in Nordenburg und besuchte ab Herbst 1832 zusammen mit seinem Bruder Julius das Gymnasium in Gumbinnen. Ab Herbst 1838 studierte er Theologie, Geschichte und Philosophie an der Albertina. Hier repräsentierte er zusammen mit einem Kommilitonen die Studentenschaft 1840 bei der Huldigung für den neuen König Friedrich Wilhelm IV. 1843 promovierte er zum Dr. phil. In der Folge trat er als Redner in liberalen Bürgerversammlungen auf, weswegen er 1845 mit Johann Jacoby und anderen Liberalen vom Polizeipräsidenten vorgeladen und verwarnt wurde. 1843 schrieb er seine „Höllenlieder“, 1849 seine Polen- und Magyarenlieder sowie einen Essay „Goethe’s Wilhelm Meister in seinen sozialistischen Elementen entwickelt“. Bis zu seinem Weggang aus Königsberg unterrichtete er an einer Privatschule für Mädchen in der Kneiphöfischen Hofgasse, veröffentliche Romane sowie Beiträge für Zeitungen. Als das Dreiklassenwahlrecht in Preußen verfassungswidrig eingeführt wurde, war Ferdinand Gregorovius einer der drei Königsberger Delegierten des ostpreußischen „Provinzialkongresses zur Wahrung des verfassungsgemäßen allgemeinen Wahlrechts“ und erwies sich damit als Anhänger einer demokratischen Revolution, war aber kein Barrikadenkämpfer. Wohl aber war er unzufrieden mit der politischen Situation in Preußen, in der leben musste.

Als sein Freund Ludwig Bornträger ihm 300 Mark Reisegeld schenkte, beschloss Ferdinand Gregorovius, Italien kennen zu lernen und einen völligen Neuanfang zu wagen. Auf der Reise nach Italien verfasste er die „Idyllen am Baltischen Ufer“. Er zog 1852 nach Rom und ließ sich hier 1854 dauerhaft nieder. In Rom war er höchst erfolgreich wissenschaftlich und schriftstellerisch tätig. Von 1856 - 1877 veröffentlichte er 5 Bände seines Werks „Wanderjahre in Italien“. Angeregt von der baulich noch sehr mittelalterlich geprägten Stadt, beschloss er, sich mit der Geschichte der Stadt Rom zu befassen. Von 1859 - 1872 erschien seine wohl bekannteste Schrift, die 8bändige „Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter“. In diesem Werk zeigte er sich vor allem als Experte der Renaissance-Forschung. Nachdem die ersten Bände erschienen waren, erhielt er über10 Jahre ein Stipendium des preußischen Staates über 400 Taler und wurde dadurch und in Verbindung mit seinen Honoraren zunehmend finanziell unabhängig.

1874 siedelte er nach München über und wurde hier Mitglied der Bayrischen Akademie der Wissenschaften. An seinem neuen Wohnort veröffentlichte er 1874 „Lukrezia Borgia“ und 1889 die „Geschichte der Stadt Athen im Mittelalter“. Er erhielt als erster Protestant die Ehrenbürgerrechte der Ewigen Stadt. An seinem Wohnhaus in der Via Gregoriana erinnert eine Gedenktafel an den Aufenthalt des Historikers. Sein Vermögen und die Honorare aus seinen Schriften hinterließ er seiner Geburtsstadt Neidenburg mit der Auflage, dieses zur Ausbildung armer Kinder ohne Ansehen der Konfession zu verwenden. Außerdem wünschte er sich, dass die Stadt Neidenburg ein Denkmal für seinen Vater als Dank für dessen Verdienste um die Erhaltung des Schlosses errichten sollte. Das passierte auch. Das Denkmal in Form einer halbrunden Mauer wurde am 9. 9. 1912 eingeweiht und überlebte sowohl den ersten wie auch den zweiten Weltkrieg.

 
 
©2005 - 2011 www.ostpreussen.net, powered by dev4u®-CMS
Akzeptieren

Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich damit einverstanden, dass Cookies gesetzt werden. Mehr erfahren