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Jenny von Gustedt

07.09.2021

Jenny von Gustedt (7. 9. 1811 – 29. 6. 1890), geborene Rabe von Pappenheim, war die uneheliche Tochter des Napoleon-Bruders Jerôme, König von Westfalen. Ihre Mutter, Gräfin Diana Waldner (1788–1844), verheiratete v. Pappenheim, war die Geliebte König Jerômes. Nach dem Sturz Napoleons und dem Tod des Gatten zog Diana v. Pappenheim mit Jenny nach Weimar, wo die Mutter von der Großherzogin Maria Paulowna aufgenommen wurde und wo Jenny zusammen mit der herzoglichen Tochter Augusta, der späteren deutschen Kaiserin, aufwuchs. Von 1822 bis 1826 lebte sie in Straßburg bei ihrer Tante von Türckheim, kehrte aber wieder nach Weimar zurück. Dort lernte Jenny Goethe kennen, der sie stark beeinflusste. Sie freundete sich mit seinem Sohn August an und gab dessen Söhnen Wolf und Walter ersten Unterricht. 1829 trat Jenny in den Dienst der Großherzogin.

Jenny heiratete 1838 Werner von Gustedt sen. (14. 10. 1813– 1. 10. 1864) aus Hildesheimer Uradel, der bald das Rittergut Garden im Kreis Rosenberg, wo er als Landrat diente, erwarb. Nach dem Tod ihres Mannes zog sie 1867 nach Berlin und Potsdam, dann nach Weimar, und verbrachte ab 1883 ihre letzten Lebensjahre bei ihrem Sohn in Lablacken, Kreis Labiau. Im Erdgeschoss des zweistöckigen Gutshauses hatte sie eine geräumige Wohnung eingerichtet. Sie wurde auf dem Kirchhof von Legitten begraben. Ihre Enkelin Lily (1865-1916) heiratete 1903 den Sozialpolitiker Heinrich Braun und setzte ihrer Großmutter ein literarisches Denkmal, in dem auch das Leben in Lablacken einfühlsam beschrieben ist (Lily Braun, Im Schatten der Titanen – Erinnerungen an Baronin Jenny von Gustedt).

 
 
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