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Lüneburg wird „Kantstadt“!

11.10.2021
Lüneburg wird Kantstadt. Bis 2024 entsteht am Ostpreußischen Landesmuseum mitten in der Altstadt ein Neubau für eine neue Dauerausstellung zu Immanuel Kant und
seinem Wirken in der europäischen Aufklärung. Lüneburg wird zum zentralen Erinnerungsort für den großen Philosophen aus Königsberg.
Der Bau schließt die lange als Parkplatz genutzte Baulücke in der Ritterstraße direkt neben dem bestehenden Museumgebäude. Aus einer europaweiten Ausschreibung
ging jetzt das bekannte Architekturbüro Gregor Sunder-Plassmann als Sieger hervor, das bereits für den als Foyer genutzten Museumsanbau von 2015 verantwortlich
zeichnete. Klar und funktional passt sich der dreistöckige Entwurf in die Lüneburger Altstadt ein. Auch die Ausstellungsgestaltung übernimmt das Büro, federführend ist
Johanna Sunder-Plassmann. Als Tochter des Architekten garantiert sie eine enge Abstimmung von Architektur und Ausstellung. Sie gestaltete bereits das prämierte
„Museum der Unschuld“ in Istanbul und war zuletzt im Berliner Humboldt-Forum und im Nürnberger Spielzeugmuseum aktiv.
National und international wird Lüneburg aber schon jetzt zur „Kantstadt“. Vom 30.9. bis 2.10. fand – ausgerichtet vom Ostpreußischen Landesmuseum – die wissenschaftliche
Tagung „Immanuel Kant und sein Wirkungsort Königsberg“ mit Fachwissenschaftlern aus vielen Ländern in den Räumlichkeiten des Museums Lüneburg statt. Den Höhepunkt
bildete der Festakt im Fürstensaal des Rathauses. Den Festvortrag übernahm der berühmte Kantexperte Volker Gerhardt, der Kant gegenüber heutigen Kritikern als
Theoretiker des Weltbürgertums exponierte. Der niedersächsische Minister für Kultur und Wissenschaft, Björn Thümler, hob hervor, dass Niedersachsen durch die Kant-
Ausstellung und dessen „Kantforum“ noch stärker zu einem Zentrum für Aufklärung wird. Der modernen Universität Leuphana stehe zukünftig in Lüneburg eine weitere
Begegnungsstätte für den gesellschaftlichen Diskurs zur Seite. Mit den Einträgen in das Goldene Buch der Stadt durch den Minister, Vertreter des Ostpreußischen
Landesmuseums sowie der Historischen Kommission für ost- und westpreußische Landesforschung bekannte sich die Stadt sozusagen offiziell als Erinnerungsort für den
wichtigsten Denker der Moderne.
Kant ist heute der meistgelesene Philosoph der Welt. Wie kein Zweiter bietet sein Denken uns Orientierung in einer rasch sich verändernden Welt und deckt das
gemeinsame moralische Fundament aller Menschen auf. Auch die Reflexion auf die eigenen Erkenntnisbedingungen und der vernunftbasierte Umgang mit andersartigen
Meinungen bleiben unser Erbe der Aufklärung und sind in Zeiten von Kommunikationsblasen und Fake News für jeden relevant. Die Grundwerte der
westlichen Demokratien, aber auch die EU und UNO, sind stark von den Überlegungen des Königsberger Philosophen inspiriert. Mit Kant gewinnt Lüneburg internationale
Ausstrahlung.
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Kontakt
Dr. Tim Kunze, wissenschaftlicher Mitarbeiter und Kurator der neuen Kantabteilung.
Tel. +49 (0)4131 7599525, E-Mail: t.kunze@ol-lg.de

Ostpreußisches Landesmuseum mit Deutschbaltischer Abteilung, Heiligengeiststraße 38, 21335 Lüneburg
Tel. +49 (0)4131 759950, Fax +49 (0)4131 7599511
E-Mail: info@ol-lg.de, Internet: http://www.ostpreussisches-landesmuseum.de
 
 
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