Die Landschaft des Stablack ist ein von Moränen geprägter weiträumiger Landesteil, der sich zwischen dem Mittellauf der Alle, dem Unterlauf der Passarge sowie ihren Nebenflüssen Drewenz und Frisching erstreckt. Die Gerölllandschaft baut sich zur Mitte hin stufenförmig auf und erlangt in der Gegend von Wildenhoff ein Niveau von 200 Metern üNN. Höchste Erhebung ist mit 215,5 Metern der Schlossberg bei Wildenhoff. Der mit den Moränen verbundene Reichtum an Steinen war Pate für die Namensgebung: prußisch stabis = Stein und laucks = Acker entwickelte sich zu Stablack = Steinfeld. Im Geländedreieck Kupgallen – Kanditten – Lichtenfeld trifft man besonders häufig auf bemerkenswerte Findlinge.
Die Höhenzüge werden unterbrochen von mehr oder weniger gewellten Ebenen, geprägt von Äckern, Weiden, Wiesen, Wäldern und Mooren. Besonders im Hochstablack hat sich einiger Waldbestand wie z. B. der sagenumwobene Goida erhalten, ein fast kreisrunder Mischwald. Noch zur Ordenszeit war die ausgedehnte Wildnis so schwer durchdringbar, dass Herkus Monte hierher flüchtete. Er wurde trotzdem von den Ordensrittern aufgespürt und am Ast einer Eiche aufgeknüpft. Aber auch in späteren Gefahrenzeiten diente der Stablackwald vielen Bauern als Unterschlupf.
Hauptorte im Bereich des Stablack waren die Städte Domnau, Pr. Eylau, Landsberg, Mehlsack, Heiligenbeil und Zinten.
Im Sommer 1934 begann man, im Stablack auf einer Fläche von 10.000 Hektar den „Truppenübungsplatz Stablack“ anzulegen. Seit der dritten Septemberwoche 1939 brachte man polnische Kriegsgefangene in großen Zeltlagern auf dem Gelände unter, bevor sie zum Arbeitseinsatz auf die umliegenden Dörfer verteilt wurden. Anschließend errichtete man hier das Stalag I A (Stammlager 1 a), ein Barackenlager für Kriegsgefangene. Unmittelbar nach dem Ende des 2. Weltkriegs wurden dann viele deutsche Männer und Frauen hier interniert.
Während des ganzen 2. Weltkriegs war der Truppenübungsplatz mit Militär belegt. Es fanden laufend die verschiedensten Lehrgänge statt, die von den deutschen Soldaten durchlaufen wurden. Die militärische Nutzung durch die Sowjets schloss sich nahtlos an. Auch heute sollen im russischen Teil des Stablack noch Schießübungen stattfinden.
Auf dem Gelände des Truppenübungsplatzes entstand ab Herbst 1935 zwischen den Flüsschen Liebe und Rogoßel auf den Flächen des Dorfes Domtau und der Güter Grundfeld und Waldkeim das Lager Nord und eine Ansiedlung, die Gartenstadt Stablack, heute russisch Dolgorukowo. Noch zum Kriegsbeginn war die vorgesehene Planung nicht vollständig umgesetzt. Diese Gartenstadt, die 1939 einschließlich Militär 2730 Einwohner zählte, geriet ohne große Kampfhandlungen in die Hände der Sowjetarmee, die vor allem die Kasernenanlagen weiter nutzte.
Die Kirche in Stablack entstand 1937 und wurde im 2. Weltkrieg nicht wesentlich beschädigt. Danach räumte man die Ausstattung der Kirche, die aus Klein Dexen stammte, aus und nutzte das Schiff als Pferdestall, später als Kinosaal. Danach wurde aus der Kirche der Sitz eines Clubs und inzwischen ist sie Kulturhaus. Den Turm riss man bis auf Dachfirsthöhe ab.
In Stablack wurde am 22. August 1938 der Sänger Günter Neumann geboren. Nach einer Ausbildung zum Stahlgussformer in Hennigsdorf kam er zur Solistenvereinigung des Berliner Rundfunks (1962) und wurde ein zunehmend anerkannter Tenor. Sein erstes Engagement erhielt er 1965 am Hans-Otto-Theater in Potsdam (als Boccaccio in Carl Orffs "Bernauerin" und Belmonte in der "Entführung aus dem Serail"). Nach der staatlichen Solistenprüfung (1966) wechselte er für zwei Jahre (1967-1969) an das Deutsche National Theater in Weimar. 1969 wurde der 31jährige von Walter Felsenstein an der Komischen Oper in Berlin engagiert.