Die Ordensburg
Aktualisiert am 11.02.10
Die Burg in der NW-Ecke der Altstadt am Ufer der Drewenz wurde in der Regierungszeit des Komturs Günther von Hohenstein (1349 - 1370), vormals Komtur von Schwetz, 1350 - 1370 vierflügelig in Stein aufgeführt. Im Nordflügel befand sich der Große Remter, davor die Herrenstube, und im nördlichen Teil des Westflügels die Wohnung des Komturs. Das Erdgeschoss im Nordflügel war der Küche, der Vorratslagerung und dem Dienstpersonal vorbehalten, wobei gerade hier einige ursprüngliche Kreuzrippengewölbe aus Backstein erhalten blieben. Im Südflügel gab es im Hauptgeschoss den Kapitalsaal und nach Osten hin die Kapelle, im Erdgeschoss von Nordflügel und Südflügel eine Zentralheizungsanlage. Der Ostflügel beherbergte im unteren Bereich die Brauerei, in den oberen Räumen das Dormitorium.
Den oberen Abschluss der Räume im Hauptgeschoss bildete eine ringsum laufender Wehrgang und über allem erhoben sich in 2 bis 3 Etagen unter hohem Spitzdach die Speicherräume für die Getreidevorräte. Die Gesamtanlage war bis auf den Portalbereich unterkellert. Es gab keinen hohen Wachturm , den Bergfried, sonder nur einen Treppenturm mit Wendeltreppe im Schlosshof.
Von der Vorburg, mit der man wegen Platzmangels auf das jenseitige Ufer der Drewenz (Drweca) ausweichen musste, sind keinerlei Überreste mehr vorhanden.
Fürst Kynstut brannte die Burg 1380 nieder, doch sie wurde bald wieder aufgebaut. So residierte hier 1407 – 1410 der Hohenzollerngraf Friedrich, später Großkomtur, als Komtur. Nach der Schlacht bei Tannenberg 1410 beherbergte die Burg den Leichnam von Ulrich von Jungingen, die dann von Klaus von Döringen an die Polen ausgeliefert wurde. 1628 besetzten schwedische Truppen die Festung und 1638/39 war sie die fürstliche Residenz des Herzogs Johann Christian von Liegnitz und Brieg mit Gemahlin. Beide starben hier. Im 18. Jh. war die Burg Sitz des Amtshauptmanns.
Bei dem großen Stadtbrand 1788 wurde auch die Burg stark in Mitleidenschaft gezogen, insbesondere durch eine gewaltige Pulverexplosion, und die oberen Stockwerke sowie der Ostflügel daraufhin abgerissen. Zwar wurden die Stockwerke wieder aufgemauert, aber die ordenszeitliche Bausubstanz findet man seitdem nur noch in den unteren Umfassungsmauern, in Teilbereichen vom Erdgeschoss, in den Kellerräumen und am Hauptportal.
Napoleon wohnte in einem Raum neben dem ehemaligen kleinen Remter, der zur Ordenszeit als Herrenstube fungiert hatte. Nach den Befreiungskriegen wurde die Stube zum Büro gewandelt und noch später zur Speisekammer der Frau Landrätin.
Während des letzten Krieges brannte die Burg vollständig aus, wurde aber inzwischen Schritt für Schritt restauriert.
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