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Oberländischer Kanal in Osterode und Reeder Tetzlaff

Aktualisiert am 05.08.07

Im 2. Weltkrieg wurden die Anlagen des Oberländischen Kanals beschädigt, aber bis 1948 in Ordnung gebracht und wieder befahrbar gemacht, u. a. auch mit Hilfe des deutschen Reeders Adolf Tetzlaff (5. 7. 1888 - 5. 7. 1952), der 1912 in Osterode die nach ihm benannte Reederei gegründet hatte und jahrzehntelang den Kanal mit seinen Ausflugsdampfern "Hertha" (1914), benannt nach der ersten Tochter, "Heini" (1925) und dem Salon-Motorschiff "Konrad" (1927) befuhr.

Die neue "Hertha" wurde gleich zu Beginn des 1. Weltkriegs das Flaggschiff der Weichselflottille unter Kapitän zur See Graf von Posadowski und war dafür ausgerüstet mit 2 Bordkanonen und 4 schweren Maschinengewehren.

Reeder Adolf Tetzlaff wurde in Siemiany - Schwalgendorf als Sohn des Königlich Preußischen Forst- und Fischmeisters Hermann Tetzlaff geboren, lernte Schlosser und arbeitete zunächst im Wasserbauamt Osterode. Hier erwarb er die Kenntnisse zur Führung einer Reederei insbesondere auf den oberländischen Gewässern und machte dieses zu seiner Lebensaufgabe. Als er nach dem 2. Weltkrieg enteignet wurde, stellten ihn die Polen als Schiffsführer beim Wasserbauamt an, wo der den Nachwuchs schulte. Damit schloss sich der Kreis. Er erlitt am 2. Juli 1952 während eines Schleusengangs einen Herzinfarkt, dem er drei Tage später erlag, und wurde an seinem 64. Geburtstag auf dem ehemaligen evangelischen Friedhof von Osterode zu Grabe getragen. Das Grab wurde offenbar wieder hergerichtet, und zur Ehrung für Kapitän Tetzlaff brachte man an der Touristikzentrale in Ostróda eine Gedenktafel an.

Die Schiffe Hertha und Heini sollen, mit einem Oberdeck versehen, nach Danzig verlegt worden sein, die Konrad nach Warschau. Das Schiff Heini existiert heute noch umgebaut in Privatbesitz.

Lt. Herrn Waldemar Danielewicz wurde die „Heini“, 1925 gebaut, von der polnischen Reederei Biedronka übernommen und existiert nicht mehr. Die „Konrad“, gebaut bei Schichau in Elbing 1927, wechselte verschiedentlich den Namen, hieß zuletzt „Grunwald“ und wurde 1967 verschrottet. Die „Hertha“ ist auch verschrottet worden.






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