Verschiedene Gebäude und Einrichtungen in Osterode
Aktualisiert am 12.07.10
Das Kreishaus, neben der Burg gelegen, ist ein Bau von 1878, der 1901 nach Norden erweitert wurde. Das Geld für den ersten Bau kam aus den französischen Reparationsleistungen des Krieges 1870/71 und der der Architekt war C. Schwatlo, der dem Gebäude ein Aussehen im Stil der romanischen und klassizistischen Architektur gab. Heute befinden sich hier das Arbeitszimmer des Bürgermeisters und der Sitz des Stadtrats. In dem großen Treppenhaus gibt es ein Mosaikfenster mit den Wappen der Städte des ehemaligen Kreises Osterode – Osterode, Hohenstein, Liebemühl und Gilgenburg. Das Haus wurde verschiedentlich umgebaut. Manches ging dabei verloren oder wurde verdeckt, so auch ein Fenster im ersten Stock neben der Treppe. Bauarbeiter stießen im April 2009, im Jahr des 680. Gründungsjubiläums der Stadt, auf eine zugemauerte Fensteröffnung, hinter der sich ein Fenster mit sehr schöner Glasmalerei befand, das völlig in Vergessenheit geraten war. Es wurde vermutlich beim Erweiterungsbau 1901 installiert und ging auf einen nicht mehr existierenden Teil des Hofes. Ebenso alt ist eine wiederentdeckte Schiebetür, die zur ehemals angrenzenden Dienstwohnung des Landrats geführt hatte.
Das Amtsgericht< entstand 1900 und erhielt Um- und Ausbauten 1932/33.
Der Bahnhof von Osterode war ganz am Anfang als Knotenpunkt gedacht. Deshalb ist er viel größer ausgefallen als z. B. der in Allenstein, denn damals waren beide Städte mit ca. 6.000 Einwohnern noch etwa gleich groß. Als 1879 das Landgericht nach Allenstein gelegt wurde, erlebte diese ermländische Stadt ein ungemein größeres Wachstum und jetzt wäre dort ein Bahnhof so groß wie der in Osterode angemessen gewesen wäre.
Der neugotische Wasserturm wurde um 1900 erbaut.
Gegenüber dem Bahnhof gab es einen Speicher mit Riegelkonstruktion vom Ende des 19. Jahrhunderts. Obwohl er unter Denkmalschutz stand, wurde er abgerissen. Der stattdessen geplante Neubau ist noch nicht in Sicht.
Im Norden von Osterode zwischen dem Parkhotel und dem See steht der alte Bismarckturm. Er wurde aus unbehauenen Granitblöcken 1901/02 errichtet und war der erste Bismarckturm dieser Art in Ostpreußen und einer von wenigen, die die Zeiten überstanden haben. Er ist 21 m hoch. Architekt war der Baumeister Podoll (Details siehe http://www.bismarcktuerme.de)
Kühls Hotel war einst die Herberge für Prominente in Osterode. Hier wohnte General v. Hindenburg während der Tannenbergschlacht 1914 und hier nächtigte z. B. Generalfeldmarschall v. Mackensen während eines Besuchs der Stadt. Es existiert noch, hat aber seine Klasse verloren.
Das Kreiskrankenhaus wurde am 6. Februar 1937 in Betrieb genommen, das nach den damals modernsten Gesichtspunkten errichtet worden war. Es wurde betrieben von dem Diakonissen-Mutterhaus „Salem“, das auch das Hindenburg-Krankenhaus in Allenstein und das Kreiskrankenhaus in Insterburg leitete, in dem Hans Graf von Lehndorff 1944/45 als Assistenzarzt tätig war. Das Kreiskrankenhaus Osterode verfügte über 150 Betten. Chefarzt bis zur Flucht 1945 war Dr. Hellmuth Ackermann (1895 – 1963) aus Thüringen, der mit einer ostpreußischen Kinderärztin verheiratet war. Nach dem Krieg eröffnete er eine Praxis in Wolfenbüttel.
Die ehemalige Artilleriekaserne, entstanden 1913/14 nach Plänen des Architekten Fritz Heitmann, wurde vom Militär aufgegeben, da nicht mehr benötigt, und der Gemeinde zur Verfügung gestellt. Diese nutzte die Chance und baute sie für die Zwecke der Gemeinde- und der Kreisverwaltung sowie zu Wohnbauten um. Bereits 2000 zog das Wehrkreiskommando Osterode ein und eine Sporthalle wurde errichtet. 2009 wurde die Artilleriekaserne Sitz des Gemeindeamtes von Osterode sowie des Amtsgerichts und der Staatsanwaltschaft. Zukünftig soll noch Platz für das Kreislandratsamt geschaffen werden. Eine ähnliche Aufgabe wartet auf die Kommune Osterode bei der „Roten Kaserne“, der früheren „Grolmann-Kaserne“. Hier hat noch eine Fahrschule der polnischen Armee ihren Sitz, doch auch diese Einheit soll aufgelöst werden. Jetzt schon macht man sich Gedanken über die zukünftige Nutzung und Bewirtschaftung.
Eine interessante Villa aus der Gründerzeit, die Villa Wirth unweit der Artilleriekaserne, hat die Zeitläufe bisher überstanden. Der Bauherr, Baumeister Adolf Wirth, hatte die Firma Wirth als Baufirma mit Sägewerk und Holzhandlung 1900 gegründet. Die Familie wohnte in dem Haus bis 1945.