Prominente Marienburger Bürger
Aktualisiert am 22.11.06
Bürgermeister Blume ging mit seinem traurigen Schicksal in die Annalen ein. Im Städtekrieg 1454 - 1466 blieben die Bürger von Marienburg auf der Seite der Ordenspartei. Als die Polen von der Burg Besitz ergriffen hatten, standen sich Schloss und Stadt feindlich gegenüber. In dieser Zeit, 1457, wurden auf Geheiß von Bürgermeister Blume dem Ordenshauptmann Bernhard von Zinnenberg aus Stuhm und dessen kleiner Streitmacht das Marientor geöffnet. Ein Sturm auf die Marienburg misslang jedoch, denn sie war militärisch damals nicht einnehmbar. Nach 2 Tagen zog Hauptmann Zinnenberg wieder ab, hinterließ aber eine Söldnerabteilung unter Hauptmann Trotzeler. Als die Polen ihrerseits 1460 die Stadt Marienburg belagerten und aushungerten, unterwarfen sich nach 20 Wochen Rat und Bürgerschaft und öffneten die Stadttore. Bürgermeister Blume wurde enthauptet, sein Vermögen konfisziert und Hauptmann Trotzeler wurde mit seinen Mannen in den Kerker geworfen, wo sie alle starben.
Max Halbe (4. 10. 1865 - 30. 11. 1944), Schriftsteller, geboren in Güttland bei Danzig, besuchte 1875 - 1883 das Gymnasium in Marienburg, bevor er in Heidelberg Jura und von 1884 - 1887 Germanistik und Geschichte in Berlin und München studierte. Promotion 1887. Halbe ließ sich nach dem Studium zunächst in Berlin als freier Schriftsteller nieder, dann in Kreuzlingen am Bodensee und ab 1895 in München. Er gilt als wesentlicher Vertreter des naturalistischen Dramas neben Gerhart Hauptmann. Ehrungen: Ehrenbürger der Städte Danzig und Marienburg, Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft, Danzig-Kreuz, Ehrenmitglied des Bundes heimattreuer Ost- und Westpreußen. Werke: Ein Emporkömmling, Freie Liebe, Eisgang; Dramen: Mutter Erde, Der Strom (1903); Romane und Novellen: Die Tat des Dietrich Stobäus, Jo; Lebenserinnerungen: Scholle und Schicksal, Jahrhundertwende.
Es wurde und wird darüber gestritten, ob Halbe als Wegbereiter der „Blut- und Boden-Ideologie des Nationalsozialismus gilt oder vielmehr tiefe Heimatliebe sein Denken und Gefühl bestimmten. Jedenfalls reitet der Deutsche Ritterorden bei ihm Fanfaren schmetternd gen Ostland und zieht die Bürger- und Bauernsöhne aus den deutschen Gauen und Stämmen nach sich. Heute sind seine Werke – wesentlich wegen seiner Verknüpfung mit der nationalsozialistischen Ideologie – aus dem allgemeinen Bewusstsein verdrängt worden, aber noch nicht ganz vergessen: im Jahr 2006 erntete die Dittchenbühne aus Elmshorn bei Hamburg viel Erfolg mit der Aufführung des Dramas „Der Strom“.
Der Komponist des Westpreussenliedes im Jahr 1902, Hugo Hartmann (12. März 1860 - 19. Mai 1907), wirkte als Organist und Musiklehrer in Marienburg und starb hier auch.
Ihm und dem Textdichter Paul Felske (28. Februar 1838 – 16. Februar 1914) wurde vom Bürgermeister von
Marienburg 1920 ein Denkmal im Stadtgarten gewidmet.
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