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Umgebung von Kassuben: Snamenka - Disselwethen/Disselberg

Im Jahr 2008 wurde in dem kleinen Dorf Disselwethen/Disselberg, wenige Kilometer südlich von Kassuben, das Drogentherapiezentrum SNAMENKA e.V. als deutsch-russische Initiative eröffnet. Die Drogennot in der Oblast Kaliningrad ist groß. Jetzt wird hier eine christliche geprägte Therapiearbeit geleistet. Der russische Partner ist der Kaliningrader regionale gesellschaftliche Wohltätigkeitsfonds "Gesunde Generation", von deutscher Seite gefördert vom gemeinnützigen Unterstützungsfonds Drogentherapiezentrum SNAMENKA e.V.“, für den die Hilfe zur Selbsthilfe im Vordergrund steht.

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Im Jahr 2008 wurde in dem kleinen Dorf Disselwethen/Disselberg, wenige Kilometer südlich von Kassuben, das Drogentherapiezentrum SNAMENKA e.V. als deutsch-russische Initiative eröffnet. Die Drogennot in der Oblast Kaliningrad ist groß. Jetzt wird hier eine christliche geprägte Therapiearbeit geleistet. Der russische Partner ist der Kaliningrader regionale gesellschaftliche Wohltätigkeitsfonds "Gesunde Generation", von deutscher Seite gefördert vom gemeinnützigen Unterstützungsfonds Drogentherapiezentrum SNAMENKA e.V.“, für den die Hilfe zur Selbsthilfe im Vordergrund steht.

Allerdings wurde der Verein SNAMENKA e. V. 2011 aufgelöst, die Arbeit jedoch von der Europäischen Missionsgemeinschaft e.V. (EMG / www.missionsbefehl.org) in Penkun fortgeführt. Dadurch, dass das Drogentherapiezentrum in Zukunft unter dem Dach der EMG arbeitet, geht die Arbeit am Projekt auf einem qualitativ höheren Niveau weiter. Als Projektkoordinator werden Traugott v. Below, zusammen mit Kerstin Schlemmer ihre Unterstützungsarbeit weiter wie gewohnt leisten.[1]

Die Kernmannschaft des russischen Partners besteht aus einer Gruppe ehemaliger Abhängiger, die in einer russischen Drogentherapie-Einrichtung in Kemerovo in Sibirien selbst ihre Befreiung von der Drogensucht erfahren hatten. Diese "Ehemaligen" wurden von ihrer Kemerovoer Ortsgemeinde nach Kaliningrad entsandt, um hier eine christliche Drogentherapiearbeit aufzubauen.

Die Therapiearbeit ähnelt dem Teen-Challenge-Programm, das sich weltweit seit über vierzig Jahren bewährt hat. Die Entgiftung erfolgt als kalter Entzug ohne Medikamente. Bisher sind fast fünfzig Abhängige von ihrer Drogensucht befreit. Ein Teil von ihnen unterstützt jetzt ehrenamtlich die bestehende Therapiearbeit.

In der Straßenarbeit sprechen sie Abhängige an, informieren über Ausstiegsmöglichkeiten und laden zu Informationsveranstaltungen ein. Sie unterrichten an Schulen und in Jugendeinrichtungen präventiv über die Gefahren des Drogenkonsums und begleiten zugleich HIVPositive und Aidskranke, von denen es viele unter den Abhängigen gibt.

Ziel ist es, durch Einrichtung einer Landwirtschaft und ergänzender handwerklicher Betriebe schrittweise wirtschaftliche Selbständigkeit zu erlangen. Zugleich sollen damit Ausbildungsmöglichkeiten für die Schutzbefohlenen im Rahmen der Nachsorge geschaffen werden. Da jedoch etliche der Rehabilitanden die notwendigen Therapiekosten in Höhe von 150 € monatlich nicht oder nur zum Teil tragen können, sind die Betreiber der Einrichtung dringend auf unterstützende Patenschaften zur Deckung der Betriebs- und Ausbaukosten der Einrichtung angewiesen:

Traugott v. Below, Baumgartenbrück 8j,
14548 Schwielowsee OT Geltow, Tel.: 03327 / 5 66 69

Dimitrie Gorbatschov, Hausleiter in Snamenka, berichtet: Ich bin 31 Jahre alt und ein glücklicher Mensch. Aber das war nicht immer so. Dreizehn Jahre meines Lebens war ich abhängig von Drogen und Alkohol. Ich wuchs in einer normalen sowjetischen Familie auf. Mir fehlte nichts, trotzdem zog es mich auf die Straße, an die Orte, wo man sich amüsierte. Mit vierzehn Jahren begann ich, mich zu betrinken und zu rauchen. Mit sechzehn Jahren spritzte ich mich das erste Mal. Ich wollte vom Leben alles haben – und das sofort. Ich beschaffte mir illegal leichtes Geld. Ich wollte im Leben nichts verpassen. Mit achtzehn Jahren wurde ich zur Armee einberufen, was mir eine kleine Pause gab. Nach der Armee arbeitete ich in einem Kasino. Das dort verdiente Geld führte mich zurück zu den Drogen. Nach und nach änderte sich mein Leben wieder, der Konsum der Drogen wuchs ständig, das Geld reichte nicht, ich begann zu stehlen. Mehrfach versuchte ich, die Drogen aufzugeben, aber alles drehte sich im Kreis – ganz egal, welche Drogen ich nahm. Außerdem stieg mein Alkoholkonsum, ich betrank mich nahezu jeden Abend und war oft dem Tode nahe. Dann ließ meine Sehkraft nach, verringerte sich bis auf zehn Prozent. Ich konnte nicht mehr lesen und schreiben, aber auch das hielt mich nicht auf, Drogen und Alkohol zu mir zu nehmen. Eines Tages traf ich einen alten Bekannten, mit dem ich früher an der Nadel hing. Trotz meiner schwachen Augen erkannte ich seinen klaren Blick. Er erzählte mir, dass sich sein Leben in einem christlichen Rehazentrum total geändert hatte. Ich sah eine Hoffnung und begann meine Therapie im Zentrum Schatrovo. Dort öffnete ich mein Herz für Jesus. Mein Leben veränderte sich. Wegen der schlechten Augen konnte ich die Bibel nicht lesen, aber ein junger Kamerad las mir das Evangelium laut vor. Gott arbeitete in meinem Herzen, die Mitpatienten beteten für mich, und ich selbst betete zu Gott und bat um Heilung meines Augenlichts, damit ich die Bibel selbst lesen konnte. Bald merkte ich, wie sich meine Sehkraft besserte. Ich nahm eine Bibel mit Großbuchstaben und begann, darin zu lesen. Bald war meine Sehkraft soweit wiederhergestellt, dass ich keine Probleme mehr beim Lesen hatte. Nach Abschluss meiner Therapie blieb ich im Zentrum Schatrovo und durfte mithelfen: erst als Helfer, nach und nach wuchs meine Verantwortung und schließlich war ich selbst ein Leiter. Seit kurzem bin ich Leiter des Therapiezentrums "Snamenka", mein Leben hat eine sichere Grundlage und ein wunderbares Ziel. (Oktober 2008)


[1] siehe http://snamenka.org/

 
 
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