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Kirchengebäude

Die Pfarrkirche von Neidenburg entstand um 1380. Während eines Stadtbrandes westlich des Marktes 1804 abgebrannt wie bereits schon einmal 1664, diente die wiederaufgebaute Kirche den Franzosen 1812 auf ihrem Weg nach Moskau als Feldbäckerei. Nach den Kriegsschäden durch die Russen 1914 folgte 1923/24 der Wiederaufbau, wobei man aber nur den Mauerkern der Ordenszeit bewahrte.

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Die Pfarrkirche von Neidenburg entstand um 1380. Während eines Stadtbrandes westlich des Marktes 1804 abgebrannt wie bereits schon einmal 1664, diente die wiederaufgebaute Kirche den Franzosen 1812 auf ihrem Weg nach Moskau als Feldbäckerei. Nach den Kriegsschäden durch die Russen 1914 folgte 1923/24 der Wiederaufbau, wobei man aber nur den Mauerkern der Ordenszeit bewahrte.

Der Turm steht nach pomesanischer Sitte seitlich, wobei drei Geschosse alt sind, das oberste Geschoß aber erst 1903 aufgesetzt wurde.

Das Mittelschiff ist mit einem Tonnengewölbe überdeckt.

Die Glocke der Kirche mit der Inschrift „anno domini 1633 - Felix Tikol die Zeit Haubtmann auf Neidenburg - Gos mich Nicklas Schmidicke“, die den 2. Weltkrieg auf dem Glockenfriedhof in Hamburg überstanden hatte. Zunächst läutete sie für die Stephanus-Gemeinde in Berenboste bei Hannover. Als sich die Einrichtung einer weiteren evangelischen Kirchengemeinde im Ort als notwendig erwies, läutet sie seit 1968 in der Silvanus-Kirchengemeinde Auf dem Kronsberg. Sie wurde in einem spitzpyramidigen Holzturm neben dem Kirchenzentrum aufgehängt.

Die Mauer um die Kirche herum wurde mit Hilfe von Spenden gebaut und die dazu gehörende Spendentafel hatte die Kriegs- und Nachkriegszeit überlebt. Der Text lautet: „Die Errichtung dieser Mauer ermöglichten durch Stiftungen Herr Leo Becker, Schloßgut Ndbg.; Herr Alfred Kardinal Ndbg. und Deutschamerikaner in Chicago – Neidenburg im Jahre 1924“[1]

Die ursprünglich für die Katholiken errichtet Kirche hinter der Burg entstand 1858 - 1860. Den Turm fügte man 1892 an. Ganz in der Nähe befindet sich das Pfarrhaus. Das Gemeindehaus ist von 1927.

Nach dem 2. Weltkrieg stellte man die Kirche der evangelischen Glaubensgemeinde zur Verfügung.

Die in der Reichsprogromnacht zerstörte Synagoge sollte noch zur Schweinemastanstalt umfunktioniert werden. So weit ging man dann doch nicht, sondern richtete die Ruine zum Grenzlandmuseum her. Dessen Bestände wurden nach dem 2. Weltkrieg auf das Masurische Museum in Allenstein übertragen.



[1] Horst Mrotzek, Auf den Spuren deutscher Geschichte in Ostpreußen und Danzig, Neidenburger Heimatbrief, Weihnachten 1988, S. 37/38

 
 
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