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Lyck als wichtige Station im Eisenbahnverkehr

Die Stadt entwickelte sich zu einem wichtigen Eisenbahnknotenpunkt und belebte so das Gewerbe und den Tourismus. Das Teilstück Rastenburg - Lyck der Ostpreußischen Südbahn Gesellschaft, die von Bethel Henry Strousberg ins Leben gerufen worden war, feierte 1868 ihre Eröffnung. Die Verlängerung nach Prostken erfolgte 1871 und nach Bialystok mit Anschluß an die Bahnverbindung Berlin - Warschau - Moskau einige Jahre später. Im Zeitraum von 1879 - 1885 folgten die Anbindungen nach Insterburg, Johannisburg und Allenstein, wenige Jahre vor dem 1. Weltkrieg nach Arys.

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Die Stadt entwickelte sich zu einem wichtigen Eisenbahnknotenpunkt und belebte so das Gewerbe und den Tourismus. Das Teilstück Rastenburg - Lyck der Ostpreußischen Südbahn Gesellschaft, die von Bethel Henry Strousberg ins Leben gerufen worden war, feierte 1868 ihre Eröffnung. Die Verlängerung nach Prostken erfolgte 1871 und nach Bialystok mit Anschluß an die Bahnverbindung Berlin - Warschau - Moskau einige Jahre später. Im Zeitraum von 1879 - 1885 folgten die Anbindungen nach Insterburg, Johannisburg und Allenstein, wenige Jahre vor dem 1. Weltkrieg nach Arys.

Für den Nahverkehr eröffnete die „Lycker Kleinbahn AG" die Strecke nach Borszymmen/Borschimmen, Kallinowen/Dreimühlen und Thurowen/Auersberg mit Abzweig nach Sawadden/Grenzwacht (Zawady-Tworki) 1913 in Teilabschnitten und insgesamt am 5. 10. 1918. Am 1. 12. 1915 wurde der Abschnitt bis Thurowen in Betrieb genommen, weshalb man 2015 das 100jährige Bestehen dieser Kleinbahn feierte. Für die 36 km lange Strecke mit 12 Haltestationen benötigte man ca. 2 Stunden. Der Inzwischen ist die Kleinbahn, deren Bahnhof sich in unmittelbarer Nähe des Hauptbahnhofs befindet, in das Verzeichnis denkmalgeschützter Objekte eingetragen. Die Bahn betreibt ein touristisches Saisonangebot.[2]

Name des Ortes Turowo - Thurowen/Auersberg leitet sich von dem Auerochsen oder Ur ( = Thur) ab. Der letzte dieser Gattung war allerdings bereits 1627 bei Lublin verendet. Zur Ordenszeit galt er noch als besonders edles Wild und seine Haut war sehr begehrt.

Die Fahrt mit der Kleinbahn von Lyck nach Turowo - Auersberg stellte ein besonderes touristisches Erlebnis dar. Noch am 30. 9. 1991 wurde die Eisenbahnstrecke als technisches Denkmal anerkannt, mangels Auslastung jedoch ab 10. 6. 2001 stillgelegt. Seit Sommer 2014 fährt die Kleinbahn jedoch wieder, weil die Stadt beschloss, dass das Lycker Historische Museum die Anlagen übernimmt und dort ein Zentrum für Eisenbahn-Wissenschaft einrichtet. Es soll ein neues Bahnhofsgebäude errichtet werden, in dem auch kulturelle Veranstaltungen und Ausstellungen stattfinden können.[1]



[1] PAZ, Kleinbahn hat neuen Besitzer,m Oprbl. Nr. 10/2014 (6. März), S. 13
[2] Dr. Rafał Żytyniec vom Muzeum Historyczne w Ełku - Ełcka Kolej Wąskotorowa in Lyck, Hagen-Lycker Brief, April 2015, S. 59 ff

Lycker Kleinbahn (Karl Ott)
 
 
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