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Bazyny - Basien

Eines der ältesten Rittergüter Ostpreußens, mindestens des Ermlands, befand sich mit seinem Zentrum hier in Basien, westlich von Wormditt. Bischof Heinrich I. Fleming (1278 - 1300) aus der Lübecker Ratsherrenfamilie Fleming, dessen Brüder Johann und Gerko bereits in Braunsberg und Frauenburg als Lokatoren auftraten, übereignete 1289 seinem Bruder Albert u. a. das Feld Baysen. Schon dessen Söhne nannten sich Heinrich und Albert von Baysen. Der letzte männliche Nachkomme der Familie Baysen verkaufte das Gut 1609 an den Braunsberger Bürgermeister Jakob Bartsch, der auch Krossen erwarb, wobei dieser vermutlich ein Verwandter war, denn er führte dasselbe sitzende Eichhörnchen im Wappen.

Nachfolgende Besitzer waren die Familien Wastowski und Ratke, seit 1681 die Familie von Shau, ab 1818 die von Woisky. Die erbende Tochter Kordula von Woisky heiratet 1939 den Freiherrn Marquard von Printz, und dieses Ehepaar waren die letzten deutschen Besitzer des Gutes, das noch.425 ha umfasste.

Hans von Baysen, ein Nachkomme Alberts von Fleming, nahm als junger Ritter 1419 - 1422 an den Kämpfen der Portugiesen gegen die Mauren in Ceuta teil, was in zwei Bildern verewigt war, die noch 1945 im Gutshaus von Basien hingen. Später wurde Hans von Baysen zunächst einflussreicher Berater des Hochmeisters, danach aber einer der schärfsten Kritiker des Ordensstaates. So wählte ihn der aufständische Preußische Bund 1454 zum Beginn des Städtekriegs (1454 - 1466) zu seinem Führer und der polnische König ernannte ihn bald darauf zu seinem Statthalter in Preußen. Nach dem Tod von Hans 1459 folgte ihm sein Bruder Stibor im Amt. Auch andere Mitglieder der Familie traten an hervorragender Stelle in Erscheinung.

Unter dem noch existierenden Gutshaus in Basien finden sich Mauern aus der Ordenszeit von vor 1400. Um- und Ausbauten erfolgten im 17. Jh. und 1763. Eine Wetterfahne in Form eines Schiffchens auf dem Südgiebel trug die Jahreszahl 1792, als man offenbar das Gebäude wieder umgebaut und modernisiert hatte.

Die Kirche in Basien ist ein Hallenbau aus Feldstein und Ziegeln mit einer Balkendecke, die in ihrem Ursprung vermutlich ins 14. Jh. zurückgeht. 1609 renovierte Jakob Bartsch die Kirche, wie eine Gedenktafel an der Außenfront mitteilt. Der alte Turm wurde 1845 abgebrochen und zunächst durch eine Vorhalle ersetzt, auf die man 1937 einen Holzturm aufsetzte. Die barocke Innenausstattung ist noch vorhanden. Sie entstammt dem 18. Jh.

Gutshaus Basien 2013 (Frederik Blattgerste)
Gutshaus Basien 2013 (Frederik Blattgerste)
Gutshof Übersicht 2013 (Frederik Blattgerste)
Ortsbild Basien 2013 (Frederik Blattgerste)