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„Wo des Haffes Wellen trecken an den Strand“

12.01.2020

Der ursprüngliche Titel des Liedes von Martha Müller-Grählert (20. 12. 1876 - 18. 11. 1939) lautete „Wo de Ostseewellen trecken an den Strand“, erschienen 1907 in pommerschem Platt in ihrem niederdeutschen Lyrikband „Schelmenstücke“ unter dem Titel „Mine Heimat“. Dieses Lied erlebte eine wilde Geschichte. Der Lehrer Franz Leiber (22. 9. 1863 – 16. 4. 1927) in dem kleinen Fischerdorf Inse, Kreis Niederung in Ostpreußen, machte daraus um 1908 das Lied „Wo des Haffes Wellen trecken an den Strand“ für seine Schüler in Inse am Kurischen Haff und begeisterte damit das ganze Dorf. Im Jahr 1925 formte der Schriftsteller Friedrich Fischer-Friesenhausen (1886-1960) aus dem Text das heutige Friesenlied „Wenn die Nordseewellen trecken an den Strand“. Die Musik komponierte noch vor 1910 der Thüringer Simon Krannig (1866 – 1936), Dirigent des Arbeiter-Gesangvereins in Zürich, dem ein Wandergeselle aus Flensburg das Gedicht mit in die Schweiz gebracht hatte.

Martha Müller-Grählert und Simon Krannig mussten sich die Urheberrechte an Text und Vertonung ihres Liedes erst gerichtlich erstreiten. Das war 1936, kurz vor dem Tod der Dichterin. Sie starb 80jährig arm und fast blind in einem Altersheim bei Stralsund. Martha war unehelich geboren worden und wurde nach der Hochzeit ihrer Mutter mit dem Müllermeister Karl Friedrich Mathias Grählert von ihrem Stiefvater adoptiert. Das Mädchen erhielt eine ordentliche Ausbildung und versuchte sich bereits in jungen Jahren als Verfasserin von Gedichten, was sie in ihrer Berufstätigkeit als Redakteurin in Berlin intensivierte. Offenbar aus Heimweh schrieb sie das Gedicht mit den Ostseewellen.

 
 
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