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Ottomar Schreiber

01.05.2021

Ottomar Schreiber (1. 5. 1889 - 6. 2. 1955) wurde als Sohn eines Lehrers in Marienburg geboren. Seine Familie war seit 1412 nachweisbar in Ostpreußen absässig. Nach dem Abitur 1907 im westpreußischen Neustadt studierte er in Breslau und Königsberg Geschichte, Philosophie und Neuere Sprachen. 1912 promovierte er in Königsberg über die Personal- und Amtsdaten der Hochmeister des Deutschen Ordens. Am 1. Weltkrieg nahm er als Leutnant der Reserve teil. Nach dem Krieg wurde er Studienreferendar in Langfuhr und Oliva im Freistaat Danzig, übernahm aber bald die Leitung des Verlags "Deutsche Meister". 1922 nahm er die Stelle des Syndikus in der Industrie- und Handelskammer in Memel an und blieb dort, obwohl 1923 litauische Freischärler die französichen Besatzer verdrängt hatten und das Memelland Litauen zuschlugen. Außerdem war er von 1924 bis 1932 geschäftsführender Vorsitzender der Memelländischen Arbeitgeberverbands und von 1924 bis 1937 Aufsichtsratsvorsitzender des Deutsch-Litauischen Tabaksyndikats. 1932 wählten ihn vornehmlich die deutschen Parteien zum Präsidenten des Memeldirektoriums. Von diesem Posten wurde Schreiber 1934 von der litauischen Regierung abgesetzt, konnte aber 1938 seine Stelle als Syndikus wieder antreten. Nach der Flucht 1945 kam er nach Tegernsee und engagierte sich von dort öffentlich für die Rechte der Vertriebenen und gegen das Unrecht der Vertreibung. 1948 ernannte man ihn zum Repräsentanten Ostpreußens, und im selben Jahr, nach Gründung der Landsmannschaft Ostpreußen, zu dessen ersten Sprecher bis 1951. Bei der Errichtung des Ministeriums für Vertriebene, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigte wurde er zum Staatssekretär ernannt. Von dort ging er 1953 in den Ruhestand. An der Verfassung der Charta der Deutschen Heimatvertriebenen, die er 1950 unterzeichnete,, war er maßgeblich beteiligt.

 
 
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