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Anfangsgeschichte des Fußballs in Königsberg, Rudern

Nachfolgender Text wurde der Festschrift "25 Jahre VfB Königsberg" entnommen und von Herrn Wolfgang Müller-Lee zur Verfügung gestellt:

„Man muss weit in die Vergangenheit zurückgreifen, um sich über die Entwicklungsgeschichte des Fußballsports in unserer Stadt einen Überblick zu verschaffen. Die Anfänge fußballsportlichen Wirkens und Werdens gingen Ende der neunziger Jahre von den höheren Lehranstalten unserer Stadt aus. Nachdem das runde Leder in Deutschland bereits in den Jahren 1878 in Hannover, zwei Jahre später in Frankfurt, dann 1891 in Karlsruhe Eingang und Verbreitung gefunden hatte, flackerte auch in unserer alten, weit von den Zentren des Reiches abseits gelegenen Ordensstadt in den Jahren 1896/98 der Gedanke auf, Fußballsport zu pflegen. An den vier Gymnasien unserer alten Kantstadt florierte das Fußballspiel: am „Kneiphof“, an der „Altstadt“, am „Münchenhof“ und an der „Burg“, wie die Schulen respektlos im Schülermunde hießen.

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Nachfolgender Text wurde der Festschrift "25 Jahre VfB Königsberg" entnommen und von HerrnWolfgang Müller-Lee zur Verfügung gestellt:

„Man muss weit in die Vergangenheit zurückgreifen, um sich über die Entwicklungsgeschichte des Fußballsports in unserer Stadt einen Überblick zu verschaffen. Die Anfänge fußballsportlichen Wirkens und Werdens gingen Ende der neunziger Jahre von den höheren Lehranstalten unserer Stadt aus. Nachdem das runde Leder in Deutschland bereits in den Jahren 1878 in Hannover, zwei Jahre später in Frankfurt, dann 1891 in Karlsruhe Eingang und Verbreitung gefunden hatte, flackerte auch in unserer alten, weit von den Zentren des Reiches abseits gelegenen Ordensstadt in den Jahren 1896/98 der Gedanke auf, Fußballsport zu pflegen. An den vier Gymnasien unserer alten Kantstadt florierte das Fußballspiel: am „Kneiphof“, an der „Altstadt“, am „Münchenhof“ und an der „Burg“, wie die Schulen respektlos im Schülermunde hießen. Im Juli des Jahres 1899 tagte in Königsberg unter dem Vorsitz des Freiherrn von Schenkendorf der Zentralausschuss für Volks- und Jugendspiele. Zu Ehren der aus allen deutschen Staaten zu diesem Kongress herbeigeeilten Männer wurde auf dem Walter-Simon-Platz ein großes Spielfest veranstaltet, an dem sämtliche Volks-, Bürger- und Mittelschulen sowie die Gymnasien usw. teilnahmen. Den Schluss der Spielvorführungen bildete ein kurzes Fußballwettspiel! Wie stolz waren Schüler und Lehrer auf die Leistung und wie erstaunt waren sie nachher über die Kritik!! Den Gästen aus dem Westen Deutschlands, die damals längst mit den Spielregeln des „richtigen“ Fußballspiels und selbst mit dessen Feinheiten vertraut waren, konnte die Königsberger Spielweise nicht imponieren, ja man machte sich sogar ein wenig lustig über das Spiel im „hohen Norden“. Jener Tag bedeutete einen Wendepunkt, die Schülerwettkämpfe hörten fast auf und aus der Fußballspielerei entwickelte sich allmählich der Fußballsport.

Unter Herrn Weinbergs Initiative entstand dann am 7. Juli 1900 aus sportbegeisterten Kneiphöfischen Gymnasiasten der „Fußballklub Königsberg“. Der junge Verein hielt seine fußballsportlichen und turnerischen Übungen an jedem Sonntag und Mittwoch abend auf dem Walter-Simon-Platz ab und warb dadurch neue Anhänger. Schon fünf Wochen nach seiner Gründung am 12. August 1900 zeigte er sich durch Abhaltung einer größeren Spielstunde der Öffentlichkeit. Über den Verlauf dieser ersten öffentlichen Veranstaltung schreibt die „Hartungsche Zeitung“ in ihrer Ausgabe vom 14. August 1900 Nachstehendes:

„Fußballklub. Der seit Juni dieses Jahres hier am Orte bestehende und von Herrn Weinberg gegründete Fußballklub, dessen Tendenzen nicht nur auf dem Gebiete des Wettspiels, sondern auch auf dem des regelrechten Turnens liegen, hielt gestern Nachmittag 4 ½ Uhr auf dem Walter-Simon-Platz seine erste größere Spielstunde coram publico ab. Pünktlich zur festgesetzten Zeit marschierten die beiden gegnerischen Abteilungen, an blauen und gelben Gurttüchern kenntlich, in der Stärke von etwa einem Dutzend Herren unter Vorantritt ihrer Parteiführer, der Herren Weinberg und Pultke, sowie des Schiedsrichters, Herrn Hennig, auf den Kampfplatz. Nachdem die beiden Parteien die notwendigen Positionen eingenommen hatten – jederseits in der Vorderlinie die „Stürmer“, im Hintertreffen die „Tor- und Malwächter“ – warf der Schiedsrichter den Ball zwischen beide Gegnergruppen, und der Kampf begann. Hinüber und herüber wurde das Streitobjekt durch wuchtige Fußtritte geschleudert, um ganz à son aise einmal kühn in die Lüfte emporzusteigen oder sich weit außerhalb der Kampfesgrenze auf dem Hut eines biederen Spaziergängers, oft auch in dem lauschigen Eckchen eines vorüberrollenden Kinderwagens niederzulassen. Trotzdem somit in der Umgebung der Spielenden der Aufenthalt durchaus nicht ungefährlich war, so wob sich doch von Stunde zu Stunde ein dichterer Kreise von Zuschauern um die Kämpfenden, und mit reger Aufmerksamkeit und lebhaftem Interesse folgte ein jeder dem sich allmählich mehr entwickelnden Schauspiel. Nach zweieinhalbstündiger, ermüdender aber erfreuender Arbeit wurde das Spiel beendet, die Volksmenge zerstreute sich, und die Klubmitglieder eilten der Garderobe zu, um sich zu weniger aufreibender Beschäftigung zu rüsten. Wünschen wir dem jungen Unternehmen, das gegenwärtig 24 Anhänger zählt, ein recht gutes Fortkommen, damit auch unsere Heimat in der Ausübung des Fußballspiels ebenso schöne Blüten zeitigt, wie andere Gegenden Deutschlands, oder gar wie Großbritannien, das Mutterland des Fußballspiels.“

Die Spielübungen wurden regelmäßig fortgesetzt und im Winter durch Turnen und Freiübungen in der Turnhalle abgelöst. Im kommenden Frühjahr wurde für die Ausübung des Fußballspiels eine einheitliche Kleidung, und zwar weißer Sweater, blaue Kniehosen, schwarze Strümpfe und Schnürschuhe vorgesehen. Am 15. September 1901 fand das erste größere Spielfest statt, das neben leichtathletischen Übungen auch wiederum ein Fußballwettspiel zweier Mannschaften des Vereins zeigte. Inzwischen gewann der Fußballsport immer neue Anhänger, so dass wir im März 1902 bereits vier Fußballmannschaften aufstellen konnten."

In den 1940er Jahren spielte Udo Lattek in der Knabenmannschaft des VfB Königsberg.

Am 22. März 2018 hätte das für die Fußball-WM gebaute Stadion in Kaliningrad –Königsberg mit der einem Spiel des FC Schalke 04 gegen FK Baltika Kaliningrad eingeweiht werden sollen. Das das nicht zustande kam,ist insbesondere auch deshalb schade, weil Schalke mit Spielern aus dem Osten des Deutschen Reichs, aus Ostpreußen,groß geworden ist.

Am 4. Mai 1904 wurde nahe der Gelsenkirchener Steinkohlezeche Consolidation von Lehrlingen und Jungbergleuten der Fußballverein „Westfalia Schalke“ gegründet – zunächst ein wilder Haufen, der auf der Straße spielte und sich nicht mal einen neuen Fußball leisten konnte. Das änderte sich, als die Spieler mit dem gerade aufikommenden irischen Flachpass ihre Spieltechnik perfektionierten und damit zunehmend ihre namhafte Fußballkonkurrenz schlugen. Herausragende Spieler dabei waren Ernst Kuzorra aus Masuren und Fritz Szepan mit familiären Wurzeln in Neidenburg. Mitte der 1920er und Anfang der 1930er Jahre stieß man schon indie Ruhrgauliga, der damals höchsten Fußballspielklsse,vor, und 1934 wurde Schalke im Endspiel gegen Nürnberg erstmals Deutscher Meister. Das Anschlusstor schoss Fritz Szepan und den Siegestreffer erzielte Ernst Kuzorra. In den Gruppenspielen 1936 traf Schalke auf den Ostpreußenmeister Hindenburg-Allenstein, den die Recklinghausener im Hin- wie im Rückspiel besiegten. Insgesamt waren die 1930 Jahre bis in die ersten Kriegsjahre hinein eine höchst erfolgreiche Zeit. Sechs deutsche Meistertitel erzielten sie. Und sie sind immer noch ein erfolgreicher Erstligist in unserer Zeit [1]



[1] Wolfgang Freyberg, Mit ostpreußischem Fußballkönnen, Oprbl. Nr.10/2018 (9. März), S. 19




Ruderachter - Goldmedaillen-Gewinner Olympiade 1960 Rom
 
 
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