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Wierzbica - Vierzighufen

Vierzighufen, südlich von Marwalde, war ursprünglich ein Hof des Ordens, existierte also mindestens schon im 14. Jahrhundert. Er trat verschiedentlich als Ort der Unterzeichung von Urkunden in Erscheinung. Im 15. Jahrhundert wurde daraus ein Kammeramt. Zu diesem gehörten gehörte im Jahr 1437 eine Fläche von 423 Hufen (à ca. 16,5 ha) Land mit 9 Zinsdörfern, wobei allerdings 135,5 Hufen durch die politischen Unruhen der damaligen Zeit wüst lagen. 1530 verschrieb Herzog Albrecht den Brüdern Hans und Jorgen von der Gablenz Gut Vierzighufen, dazu Altstadt, Klonau und 4 Hufen in Marwalde. Im Dorf wirtschafteten damals 10 Bauern und ein Müller.

Als die Reichsgrafen von Finckenstein ab dem 17. Jahrhundert ein Gut nach dem anderen im Kreis Osterode aufkauften und auf diese Weise über einen Grundbesitz von fast 80.000 ha verfügten, gehörte dazu auch Vierzighufen. Bei der Zwangsversteigerung dieser Gilgenburger Güter erwarb Leutnant George Negenborn neben dem Ordensgut mit Schloß in Gilgenburg u. a. auch Gut Vierzighufen und dieses blieb im Besitz der Familie bis 1945. Letzter deutscher Eigentümer ab 1921 war Richard von Negenborn.

Bei der Volksabstimmung am 11. Juli 1920 stimmten in Vierzighufen 109 Personen ab und alle votierten für Ostpreußen.

Gut Vierzighufen hatte gute Böden und war stark auf dem Sektor der Rinder- und Schweinezucht. Es gab daher eine Brennerei, um die anfallende Schlempe ökonomisch zu verwerten. Die Negenborn-Güter in Klonau und Elgenau besaßen ebenfalls eine Brennerei und zusammen genommen verfügte die Familie von Negenborn über das größte Brennrecht Ostpreußens.

Die Schafzucht war dagegen in Vierzighufen ohne Bedeutung. Auf diesem Sektor waren die Domänen Döhringen und Frödau führend, erstere für Schwarznasen-Schafe, letztere für Merinos. Im ganzen Kreis Osterode gab es 1938 noch 12.945 Schafe, in ganz Ostpreußen 201.388 Stück.

Die Reviere von Vierzighufen und Haasenberg zählten vor dem 2. Weltkrieg zu den besten Niederwildstrecken in Ostpreußen, die sich mit den für ihre Strecken berühmten Revieren in Schlesien durchaus messen konnten. Tagesstrecken von 1000 Stück und mehr, die vornehmlich aus Fasanen und Karnickeln bestanden, waren keine Seltenheit. Aber auch der Rotwildbestand im Klonauer und dem benachbarten Döhlauer Revier war berühmt. So konnte Gerhard von Negenborn dort den besten deutschen Rothirsch des Jahres 1928 erlegen.

Gutshaus Vierzighufen einst
 
 
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