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Nowomoskowskoje - Pörschken

Die Gemeinde wurde erstmals 1386 urkundlich erwähnt, ist aber ebenso wie die Kirche vermutlich wesentlich älter. Die Propstei Kaliningrad gibt die Bauzeit der ersten Kirche mit 1262 an. Sie wurde in damals ausgebrochenen Aufständen der Prußen zerstört und Ende des 13. Jhs. wieder aufgebaut. Damit ist sie neben Juditten eine von zwei erhaltenen Kirchen des 13. Jhs. in der Oblast Kaliningrad.[2] Pörschken bildete den Mittelpunkt der Huntau, einer wasserreichen Landschaft südlich der Frischingsniederung.

Die Mauern der Kirche von Pörschken reichen mindestens bis in die Zeit des ersten Baus im 14. Jh., vielleicht auch noch früher, zurück. Später wurde sie mehrmals ausgebaut und umgestaltet. Der Unterbau des Turms entstand mit der Erweiterung der ursprünglichen kleinen Kirche, die Stockwerke in Backstein darüber kamen 1676 hinzu. Der kostbare Schnitzaltar mit der thronenden Maria, mit Heiligen und Aposteln, vermutlich in Königsberg angefertigt, gelangte in die Sammlung der Marienburg. Im Innern der Kirche war die Decke in flacher Korbbogenkonstruktion durchgehend bemalt. . Dargestellt wurde im zentralen Spiegelbild die Auferstehung Christi und in vier Medaillons die Geburt Christi, die Kreuzigung, die Auferstehung und die Himmelfahrt. An den Malereien waren die Künstler Michael Wolf, Gottfried Eseberner, Johannes Frost und Mühlenbeck beteiligt. Diese Deckenmalereien sind sicher zerstört, wurden jedoch 1943 fotografisch dokumentiert und sind uns daher überliefert.[4]

Einst wurden die Einwohner von Pörschken für Leute gehalten, die besonders fromm erscheinen wollten. So bezeichnete man allgemein einen solchen Zeitgenossen als "Gottes Mann aus Pörschken", ein Ausspruch, den man dem Pfarrer Johann Jakob von Schöwen zuschrieb, der einst in Pörschken predigte.[3]

Im 2. Weltkrieg wurde insbesondere der Turmhelm zerstört und das Kirchenschiff brannte aus. Nach Zeiten des Verfalls beschloss man jedoch, die Ruine als Lagerhalle einzurichten. Eineinhalb Meter des Mauerwerks trug man dafür ab und versah die Halle mit einem Dach aus Asbestzementplatten. Im nordöstlichen Kirchenabschnitt brach man eine Öffnung für LKWs in die Wand, Turmeingang und Zugang zur nicht mehr existierenden Sakristei wurden zugemauert, Fenster mit Brettern verschalt. Inzwischen steht die Kirche leer.

Am Rand von Pörschken entstand eine gepflegte Siedlung von Russlanddeutschen. Iwan Seifert war 1993 mit einem großen Familienclan hierher eingewandert. Er holte 58 Familien nach, die jeweils 15 ha Land zugeteilt bekamen. Seifert sorgte sogar für eine kleine Kapelle, die von der evangelischen Gemeinde genutzt wird. Aus einer Sammlung in Deutschland konnte dafür ein größerer finanzieller Zuschuss geleistet werden.[1]

Zwischen Pörschken, Patersort und Brandenburg erstreckt sich die „Brandenburger Heide“. Der jetzige Mischwald war ursprünglich ein reiner Rotbuchenwald, der nordöstlichste Standort innerhalb der Rotbuchengrenze und zugleich der weitaus älteste der Rotbuchenwälder Ostpreußens: Pollenanalysen und historische Untersuchungen belegen, dass hier von den ersten Jahrzehnten nach Christi Geburt bis ins 17. Jh. ein reiner Rotbuchenbestand existierte. Die wertvollen Bäume wurde jedoch am Anfang des 18. Jhs. eingeschlagen.


[1] Heimatblatt der Kreisgemeinschaft Heiligenbeil, Mai 2012, S. 165
[2] Kirchen Ostpreußens, Propstei Kaliningrad 2013, S. 59
[3] Kirchen Ostpreußens, Propstei Kaliningrad 2013, S. 59
[4] Dr. Wolfgang Reske, Die Deckengemälde der Kirche in Pörschken, Heimatblatt des Kreises Heiligenbeil, Mai 2017, S. 110/111

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Kirche in Pörschken (Propstei Kaliningrad, 2013)
Auferstehung Christi
Elias
Engel mit Leiter
 
 
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