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Königsberger Stadtbefestigungsanlagen

Die drei ordenszeitlichen Königsberger Städte erhielten schwerpunktmäßig 1355 – 1370 ihre Stadtbefestigungen unter dem Hochmeister Winrich von Kniprode, der 1351 – 1382 regierte. 1333 hatte man bereits begonnen, die hölzernen Palisaden durch massiv gemauerte Befestigungen mit Wehrtürmen zu ersetzen. Deren letzter noch vorhandener Rest wurde nach 1945 abgeräumt.

Ein neuzeitlicher Befestigungsring wurde 1626 - 1628 unter der Oberleitung des Burggrafen Abraham zu Dohna als Wallanlage mit Bastionen und Tordurchlässen nach Plänen des Baumeisters Conrad Burck angelegt. Diese bildeten den Ausgangspunkt, als man 1843 daran ging, Königsberg durch eine der fortgeschrittenen Technik angepassten Verteidigungsgürtel zu sichern.

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Die drei ordenszeitlichen Königsberger Städte erhielten schwerpunktmäßig 1355 – 1370 ihre Stadtbefestigungen unter dem Hochmeister Winrich von Kniprode, der 1351 – 1382 regierte. 1333 hatte man bereits begonnen, die hölzernen Palisaden durch massiv gemauerte Befestigungen mit Wehrtürmen zu ersetzen. Deren letzter noch vorhandener Rest wurde nach 1945 abgeräumt.

Ein neuzeitlicher Befestigungsring wurde 1626 - 1628 unter der Oberleitung des Burggrafen Abraham zu Dohna als Wallanlage mit 26 Bastionen, 8 Halbbastionen und 8 Stadttoren nach Plänen des Baumeisters Conrad Burck angelegt, um der Gefahr der Vereinnahmung durch König Gustav Adolf von Schweden zu begegnen, der gerade in Pillau saß. Nach Fertigstellung stellte man jedoch im westlichen Teil am Pregel eine Schwachstelle fest, wo feindliche Soldaten u.U. von Kriegsschiffen in den Festungsring eindringen konnten. Um dieser Gefahr zu begegnen, ließ der Große Kurfürst 1657 am südlichen Pregelufer eine Festung bauen, die zu Ehren des im selben Jahr geborenen Sohnes Friedrich, später König Friedrich I. in Preußen, Festung Friedrichsburg genannt wurde. 1697 besuchte Zar Peter I. Königsberg inkognito als Uffz Peter Michajlow, wo er sich in der Festung Friedrichsburg in der Bomben- und Artilleriekunst unterrichten ließ. 1910 verkaufte der Miltärfiskus die Festung an die Reichsbahn, die dort einen Güterbahnhof einrichtete. Nach dem Krieg erhielt das ramponierte Gebäude 1960 den Status eines Architekturdenkmals, 1990 begann man mit der Sanierung des Bauwerkes und heute ist die Festung eine Filiale des Ozeanmuseums.[12]

Dieser erste Festungsring bildete den Ausgangspunkt, als man 1843 daran ging, Königsberg durch eine der fortgeschrittenen Technik angepassten Verteidigungsgürtel zu sichern. Dieser bestand aus einer Reihe von Festungen in einem Ring von 53 km Länge um die Stadt herum, der 1873 fertig gestellt wurde. Außerdem errichtete man 1874 – 1882 zwölf vorgeschobene Forts, so bei Holstein nördlich und bei Friedrichsburg südlich des Pregel zum Schutz seiner Mündung. Da die Festungen die Ausdehnung der Stadt behinderten, wurden sie ab 1913 im innerstädtischen Bereich wieder zurückgebaut. Auch wenn der Festungsgürtel nicht in direkte militärische Auseinandersetzungen verwickelt war, flößte er der russischen Armee Rennenkampf im 1. Weltkrieg doch so viel Respekt ein, dass sie sich äußerst zögerlich auf die Hauptstadt Ostpreußens zu bewegte und sie so nie erreichte.

Zu diesem Festungsgürtel gehörte eine Anzahl von aufwändig gestalteten Stadttoren, von denen viele noch stehen. Das Konzept des Befestigungsrings stammt von dem General der Pioniere und Generalinspekteur der preußischen Festungen Ernst Ludwig v. Aster (1778 – 1855) und von dessen Nachfolger General Johann Ludwig Leopold von Bress-Winiary (1787 – 1878). Die künstlerische Ausgestaltung oblag vornehmlich dem „Architekten des Königs“ Friedrich August Stüler (1800 – 1865).

Wo die Straße nach Tapiau von der ehem. Litauer Wallstraße ihren Ausgang nimmt, steht das Sackheimer Tor, entstanden um 1855, gestaltet wie eine ordenszeitliche Wehranlage. Geschmückt war das Tor mit dem Relief des Generals Ludwig Graf York von Wartenburg (1755-1830), der für Preußen die Konvention von Tauroggen ausgehandelt hatte, und dem von General Friedrich Wilhelm Graf Bülow von Dennewitz (1755-1816), der die Schlacht von Waterloo durch gerade noch rechtzeitiges Eintreffen auf dem Schlachtfeld rettete. Diese beiden Medaillons sind nicht mehr vorhanden.

Folgt man der ul. Litowskij Wal - Litauer Wallstraße - nach Norden, stößt man auf das Königstor. Zuvor befand sich an dieser Stelle das 1765 errichtete Gumbinner Tor. Der Entwurf für die Gestaltung geht zurück auf den „Architekten des Königs“ Friedrich August Stüler (1800 – 1865). Die Westfassade wurde durch den Bildhauer Wilhelm Stürmer (1812 – 1885) mit drei Sandstein-Statuen ausgestattet: in der Mitte König Friedrich I. in Preußen, rechts Herzog Albrecht von Hohenzollern und links König Ottokar II. von Böhmen, dem Namensgeber Königsbergs. Unter den Figuren sind die Wappen des Samlandes und Natangens angebracht. Dass es das Königstor überaupt noch gibt, ist dem Königsberger Oberbürgermeister Dr. Lohmeyer zu verdanken. Als er unmittelbar nach seiner Wahl die Stadt besichtigte, sah er, dass das Königstor gerade abgerissen werden sollte und stoppte umgehend diese Arbeiten.[1] Das Königstor wurde anlässlich des 750. Geburtstags Königsbergs unter Leitung von Swetlana Siskowa, Direktorin am Museum des Weltmeeres, restauriert. Dabei erhielten die drei Figuren auch ihre Köpfe wieder, die man nach 1945 abgeschlagen hatte. Die Restauratoren sind Fachleute aus St. Petersburg und Archangelsk. Nach Abschluss der Arbeiten soll im Königstor die Ausstellung "Königsberg - Kaliningrad international" eröffnet werden.

Auf der Wallstraße weiter nach Norden passiert man rechts die Grolmannbastei. General Karl Wilhelm von Grolman (1777-1843), Mitarbeiter des Heeresreformers Scharnhorst, hatte in den Befreiungskriegen an erfolgreichen Schlachten teilgenommen, so auch an der Schlacht von Waterloo. Gegenüber befindet sich die Kaserne Kronprinz, eine Fortifikationsanlage von 1843 oder 1849 (https://www.youtube.com/watch?time_continue=4&v=TzfPzUeWy1U) . Mit dem Bau der Bastion Grolmann verlor die Kaserne ab 1890 ihre militärische Bedeutung. Ab 1933 war sie Polizeiunterkunft. Die Wehrmacht-Zahlmeisterei und Teile der Stadtverwaltung waren hier ebenfalls untergebracht. Nach 1945 war die Kaserne Schifffahrtsschule und etliche Räumlichkeiten werden an Kleingewerbetreibende vermietet. Neuerdings soll hier eine Filiale der Moskauer Staatlichen Universität für Technologie und Management in Kaliningrad einziehen. Einen Teil des Gebäudekomplexes nimmt das Staatliche Zentrum für Gegenwartskunst für sich in Anspruch. Für diese Einrichtung wurde ein auffälliges gläsernes Treppenhaus mit Lift vor das alte Gemäuer gesetzt.

Der Hauptstraße weiter folgend erreicht man das Roßgärtner Tor, erbaut nach 1852. Es wird verziert von Medaillonporträts der preußischen Generale Scharnhorst (1755-1813) und Neidhardt von Gneisenau (1760-1831), die Wilhelm Stürmer, Schüler von Christian Daniel Rauch, angefertigt hatte. Stadtauswärts auf der heutigen Alexander-Newskij-Straße, früher der Cranzer Allee, gelangte man in der Ordenszeit zum Roß- und Rindergarten – daher der Name. Das Tor entstand in der Mitte des 19. Jhs. aus rotem Backstein im Geschmack jener Zeit – in romantisierter Gotik. Heute hat sich hier ein Café etabliert.

Am Ostufer des Obersees, dem Roßgärtner Tor benachbart, befindet sich der Dohna-Turm, erbaut 1853. Er beherbergt eine bedeutende Bernsteinsammlung mit über 6.000 Exponaten. Auf einer Fläche von 1.000 qm in 3 Etagen findet man hier Bernstein mit seltenen Inklusen aus dem Tagebau in Palmnicken, kunsthandwerkliche Stücke mit und aus Bernstein – z. B. 2 Teller, 1 Bischofsstab, verschiedene Schmuckkästchen und 1 Kruzifix als Leihgaben der Rüstkammer des Moskauer Kreml, außerdem moderne Bernsteinarbeiten Kaliningrader Künstler, darunter auch Wandtafelkopien des neuen Bernsteinzimmers. Die größten und ältesten Kostbarkeiten findet der Besucher in den besonders gesicherten Kellergewölben, in der "Schatzkammer". Die Bestände des früheren Königsberger Bernsteinmuseums von rd. 100.000 Exponaten wurden 1945 in alle Winde zerstreut. Ein Teil von etwa 12.000 Stück kam zur Universität Göttingen. Etwa 1.100 kostbare Bernsteinschnitzereien – Menschen- und Tierfiguren, Schmuckstücke etc. entdeckte man erst 1977 hier in einem Tresor des geologischen Instituts. Andere Exponate tauchten später im litauischen Bernsteinmuseum im Schloss Palanga auf. Für den Namen des Turms stand ein General aus den Befreiungskriegen, Friedrich Karl zu Dohna (1784 - 1859), Pate. Der Dohna-Turm war eines der letzten Bauwerke, das von der Roten Armee im April 1945 eingenommen wurde.

Der Wrangelturm als Pendant zum Dohna-Turm auf der Westseite des Obersees wurde 1853 erbaut. Namensgeber war Feldmarschall Friedrich Graf von Wangel (13. 4. 1784 - 1. 11. 1877), 1809 Kommandant des Kürassier-Regiments in Königsberg, der 1848 die Revolution in Berlin niederschlug. Wrangel- und Dohna-Turm bildeten zusammen mit dem Oberteich den nördlichen Eckpfeiler der Verteidigungsanlage. Das Konzept entwickelte der preußische Festungsbaumeister General von Aster. Von den Türmen aus konnte man weite Bereiche des Vorfeldes und des Sees beschießen und die Kanonen möglicher Angreifer in respektvoller Entfernung halten. Der Wrangelturm übte seine militärische Funktion aber bis 1945 nie aus. Als der Wrangelturm seine militärische Bedeutung verloren hatte, baute man 1913 nach Plänen von Prof. Friedrich Lahrs eine Kunsthalle an, die zu deutscher Zeit viele wertvolle Kunstgegenstände aufnahm.Während des Sturms auf Königsberg im April 1945 nutzen die deutschen Verteidiger den Wrangelturm. Danach war er lange Zeit unbenutzt, bis die Stadt ihn 1996 verpachtete.[2]

Zum Ende des 2. Weltkriegs wurden die Türme noch einmal militärisch genutzt und stellten bei der Eroberung Königsbergs schwer befestigte Widerstandsnester dar, die mit erheblichem Aufwand genommen werden mussten. Danach wurden sie zunächst als Abstellfläche und Lager verwendet. Nachdem der Dohna-Turm bereits 1979 durch Aufnahme des Bernsteinmuseums seine Wiedergeburt erlangt hatte, besteht jetzt auch Hoffnung, den Wrangelturm zu restaurieren und in eine kulturelle Einrichtung zu verwandeln (so Avenir Owssjanow).

Unweit des Hauptbahnhofs/Südbahnhofs steht noch das Brandenburger Tor, dessen Name sich auf die Ordensburg Brandenburg an der Einmündung des Frischings ins Frische Haff bezieht. Schon 1630 gab es hier ein Tor. Das jetzige Bauwerk entstand etwa 1875. An ihm findet man Medaillonporträts des Kriegsministers und Feldmarschalls Hermann v. Boyen (1778-1848) und des Chefs des preußischen Ingenieurkorps General Ernst Ludwig von Aster (1778-1855). Das Brandenburger Tor ist das einzige von 6 Stadttoren, das heute noch eine Torfunktion hat mit einer Doppeldurchfahrt für Autos, Fahrräder und Straßenbahn. Im Jahr 2007 wurde am Tor ein Gedenktafel für drei Rektoren der Albertina angebracht: für den Theologen, Historiker, Dichter und Publizisten Ludwig Resa (1776 – 1840), für den Philosophen und Anatom Karl Burdach (1776 – 1847) und für den Kameralisten und Wirtschaftswissenschaftler Jakob Kraus (1753 – 1807). Ursprünglich waren die Professoren auf den beiden Friedhöfen neben dem Brandenburger Tor zur letzten Ruhe gebettet. Da diese nicht mehr existieren, entschied sich der Wissenschaftsrat für eine Ehrung am Brandenburger Tor.

Am ehemaligen südöstlichen Ausgang der Stadt in Richtung Friedland steht noch als letztes der Königsberger Stadttore das neogotische Friedländer Tor von 1862 (so die Jahresangabe auf den Schlusssteinen des Gewölbes), umgebaut nach 1875. Von allen Stadttoren war es am stärksten befestigt und verfügte über zahlreiche Kasematten, Fenster und Schießscharten. An der Fassade der Stadtausgangsseite befindet sich die Figur des Hochmeisters Siegfried von Feuchtwangen, der 1309 den Hauptsitz des Ordens von Venedig zur Marienburg verlegen ließ – nach 1956 bis 2005 ohne Kopf. Die andere Figur auf der Innenseite, den Komtur von Balga, Graf Friedrich von Zollern, darstellend, der als einer der wenigen Ordensoberen die Schlacht bei Tannenberg überlebt hatte, gab es seit den 1950er Jahren nicht mehr. Die Figur des Komturs, der in der Schlacht von Tannenberg 1410 die Fahne des Deutschen Ordens trug, wird im Jahr 2007 restituiert und wieder seinen alten Platz am Tor einnehmen. Auch das gesamte Tor soll restauriert werden und bald wieder im alten Glanz erstrahlen.

Im 2. Weltkrieg war das Tor zugemauert und diente als Bunker. Deshalb hat sich hier ein Stück alter Straße mit Kopfsteinpflaster erhalten. Ansonsten kam die Anlage weitgehend intakt über die Kriegstage. Im Jahr 2002 erhielt es den Rang eines Städtischen Museums.[3] In Folge der 750-Jahr-Feier Königsbergs erhielt am 26. 12. 2005 die Figur des Hochmeisters Siegfried von Feuchtwangen wieder ihren Kopf, nachgebildet vom Spitzenrestaurator aus Sankt Petersburg, Wjatscheslaw Mosgowoj anhand eines alten Fotos. Bei den Restaurierungsarbeiten entdeckte man an der Basis der Hochmeisterfigur die Signatur des Schöpfers: Bildhauer Wilhelm Stürmer, und dazu das Herstellungsjahr 1864. Für die Rekonstruktion der Plastik des Komturs von Balga, Friedrich von Zollern, sucht man noch nach verwendbaren Vorlagen.

Im Friedländer Tor wurde 1991 ein kleines privates Museum mit Königsberger Memorabilia eröffnet. Man zeigt Fundstücke von Ausgrabungen im Wassergraben vor dem Tor und was man bei der Ausmistung des Tores selber fand. Dazu kamen Sammlerstücke von Dritten. So gab es die riesigen Schlüssel des Friedländer Tores, Gewehre, Helme und weitere Waffen, teilweise vom 1. Weltkrieg, Straßenschilder, Aschenbecher, Bierflaschen, Reklameschilder, eine Schüssel vom „Blutgericht“ etc. In einem Nachbarraum richteten sich Künstler und Historiker mit alten Möbelstücken ein. Es gibt eine kleine Ostpreußen-Bibliothek und eine „Deutsche Gesellschaft“. Alles zusammen bildet seit 2002 das „Kulturzentrum Friedländer Tor“ als offizielles Stadtmuseum, das Spenden von der Bundesrepublik Deutschland und Unterstützung von der Stadt Kaliningrad erhält.

Einst gab es noch das Tragheimer Tor und das Steindammer Tor. Weil sie dem Veerkehr der expandierenden Stadt vom Zentrum nach Maraunenhof bzw. zum Hufnviertel im Wege standen, wurden sie 1910 und 1912 abgerissen.[4].

Am Stadtrand an der Straße nach Swetlogorsk - Rauschen steht das Fort V „Friedrich Wilhelm III, erbaut 1872 – 1892 und umgeben von einem breiten Wassergraben, flankiert von einem Mahnmal und deutschen und sowjetischen Geschützen. Hier soll ein Militärhistorisches Museum eingerichtet werden, in dem auch Fundstücke aus dem Gebiet des Heiligenbeiler Kessels, die man parallel zum Archiv der 4. Armee ausgegraben hat, gezeigt werden. Auf dem umgebenden Wall wurden Geschütze, Denkmäler und Tafeln mit der Beschreibung der Festung und der Kampfhandlungen aufgestellt. Jedenfalls ist das Gebietsmuseum für Geschichte und Kunst zukünftig für das Fort verantwortlich und erhielt die Zusage einer staatlichen Unterstützung in Höhe von 2 Mio Rubel (ca. 51.000 €). Beim Sturm auf Königsberg war das Fort heftig umkämpft. Am 8. April 1945 wurde es erstürmt und die 200köpfige Garnison besiegt. Nach dem Ende des Krieges sprengten Pioniere im linken Flügel des Forts Munition, die sie in der Umgebung eingesammelt hatten. Der rechte Flügel wurde im Laufe der Zeit ein beliebtes Ausflugsziel. Bilder siehe in einem Video hier.

Die "Feste" Friedrichsburg entstand bereits zur Zeit des Großen Kurfürsten 1657 südlich des Pregel, um den 1626 - 1634 um Königsberg herum erbauten Festungsgürtel zu verstärken und notfalls hier den Fluss sperren zu können, damit so die Einfahrt feindlicher Schiffe behindert werden, aber auch, um den Königsberger Seehandel im Griff zu behalten. Für die Berechnung der Baumaßnahmen war der Mathematiker Christian Otter verantwortlich. 1697 besuchte Zar Peter I. die Festung. Die heute sichtbare Festung entstand um 1850/52 nach Plänen von Friedrich August Stüler (1800 - 1865) im neogotischen Stil. Ab 1910 wurde die Anlage nicht mehr militärisch genutzt und daher bald zu Gunsten der Gleisanlagen des Güterbahnhofs abgerissen. Einzig erhalten geblieben ist das heute sichtbare Element der Festung, das Eingangstor. Es wurde im 2. Weltkrieg lieben ist das heute sichtbare Element der Festung, das Eingangstor. Es wurde im 2. Weltkrieg kaum beschädigt, verfiel aber in der Zeit danach als Lager- und Betriebsstätte.[5] 1960 erhielt das Tor den Status eines Architektur- und Städtebaudenkmals, 2002 dann den Status eines schützenswerten Denkmals mit föderaler Bedeutung. Seitdem wurde restauriert, um zukünftig als Filiale des Museums des Weltmeeres auf der anderen Seite des Pregel zu dienen.[6] Am 27. Mai 2011 war die Restaurierung abgeschlossen und wurde das Tor feierlich wiedereröffnet.[7] Es ist ein sehenswertes Schmuckstück geworden und erinnert schwerpunktmäßig an Peter den Großen, u. a. Begründer der russischen Marine.[8]

Die Bastion Sternwarte am Deutschordensring, benannt nach der nahen Königsberger Sternwarte, entstand 1855 – 1860.Ihr westlicher Teil wurde 1910 zum Bau der Samlandbahn geschleift. Dem Vernehmen nach war sie eine der letzten Verteidigungseinrichtungen, die der Roten Armee 1945 bei der Eroberung Königsberg in die Hände fiel. Nach dem Krieg diente sie der sowjetishen Marine und danch einer Polizeieinrichtung. Danach stand sie leer.

Zur Königsberger Befestigungsanlage gehörte auch das Eisenbahntor, durch das die Züge nach Pillau fuhren. Das Tor wurde 1869 von Ludwig von Aster gebaut. Nachdem der Befestigungsgürtel abgebaut wurde, entstand auf diesem die Deutschordensstrasse, heute der Gwardejski-Prospekt und das Tor verlor seine militärische Aufgabe. Im Jahr 2007 übergab man die Anlage dem Kunsthistorischen Museum,das es schön restaurierte, und dieses will es verpachten. Es fand sich ein Kandidat, der hier ein Planetarium errichten will.[9]

Die noch existierende Königsberger Kommandantur von 1889 in der ul. Klinitscheskaja, die zum Innenministerium gehörte, brannte 2005 weitgehend aus. Nachdem sie seitdem kaum noch genutzt wurde, vergab man die Immobilie an das Moskauer Stadtgericht, das nach der Restaurierung noch im Jahr 2017 dort einziehen will.[10]

Die einstige Kürassierkaserne im Stadtzentrum wurde nach dem 2. Weltkrieg u. a. als Großbäckerei genutzt, jedoch 2017 abgerissen. Nachdem dort vorübergehend eine Grünanlage entstanden ist, soll das Grundstück kommerziell bebaut werden.[11]



[1] Lorenz Grimoni, Königsberger Stadttore, Königsberger Bürgerbrief, Sommer 2018, S. 12
[2] Jurij Tschernyschew, Museum oder Jugendkulturzentrum? Oprbl. Nr. 10/2014 (6. März), S. 13
[3] Jurij Tschernyschew, Friedländer Tor zeigt Preisgekröntes, Oprbl. Nr. 36/2012 (8. September), S. 13
[4] Lorenz Grimoni, Königsberger Stadttore, Königsberger Bürgerbrief, Sommer 2018, S. 12
[5] Enrico Göllner, Tor des Forts Friedrichsburg als Teil des Kaliningrader Meeresmuseums, Königsberger Bürgerbrief, Winter 2011, S. 86
[6] Lorenz Grimoni, Vordere und Hintere Vorstadt, Haberberg in Königsberger Bürgerbrief, Winter 2010, S. 25
[7] Jurij Tschernyschew, Festung wird Museum, Oprbl. Nr. 23/2011 (11. Juni), S. 13
[8] Lorenz Grimoni, Fort Friedrichsburg, Königsberger Bürgerbrief, Winter 2013, S. 90
[9] Kaliningrad-Domiozil, Kaliningrader Wochenblatt, 9. 4. 2017
[10] Kaliningrad-Domiozil, Kaliningrader Wochenblatt, 9. 4. 2017
[11] Kaliningrad-Domizil, 30.12.17
[12] E. Dvoraki/ N. Tscheburkin, Das Friedrichsburger Tor hat eine bewegte Geschichte, OPr.Bl. Nr.29/2019 (19. Juli), S. 18

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