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Der Förster Johannes Quednau im Elchrevier

(aus einer Würdigung des Ostpreußenblattes)

Johannes Quednau (14. 1. 1869 – 6. 9. 1956), einer alten Försterfamilie mit prußischen Wurzeln entstammend, war einer der herausragenden Forstbeamten im Elchrevier, der u. a. auch für die kaiserlichen Jagden in Pait Verantwortung trug.

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(aus einer Würdigung des Ostpreußenblattes)

Johannes Quednau (14. 1. 1869 – 6. 9. 1956), einer alten Försterfamilie mit prußischen Wurzeln entstammend, war einer der herausragenden Forstbeamten im Elchrevier, der u. a. auch für die kaiserlichen Jagden in Pait Verantwortung trug.

Nach einer Lehrzeit im ostpreußischen Forstamt Drusken (1884 – 1887) und einer Militärdienstzeit im Gardejägerbataillon (1887 – 1890) kam er auf die Försterei Inse in der Oberförsterei Tawellningken, dann auf die Försterei Alt-Siberien und schließlich auf die Försterei Neu-Siberien. 1909 wurde ihm die Försterei Pait mit dem kaiserlichen Jagdhaus übertragen. 1924 übernahm er die Revierförsterei Meyruhnen, die ihm zu Ehren bei seiner Pensioinierung 1937 in „Quednau“ umbenannt wurde. Nach Kriegsbeginn 1939 stellte sich Johannes Quednau wieder der Forstverwaltung zur Verfügung und übernahm die Försterei Marienbruch in der Elchniederung bis zur Flucht 1945. Nach dem Krieg wohnte er in der DDR bei seinem Sohn und zog 1953 nach Hamburg, wo sein Bruder als Arzt tätig war.

Für Johannes Quednau war das Leben in der abgelegenen Elchniederung nicht eine Art Verbannung, mit der man sich abzufinden hatte. Sein Herz hing vielmehr an diesem Teil der Heimat und insbesondere an den dort besonders vertretenen Elchen. Als er nach Pait kam, war es nur eine Angelegenheit am Rande, dass er dort den Kaiser, den Kronprinzen und andere hohe Jagdgäste führte. Wesentlicher war seine enge Zusammenarbeit mit Oberförster Meyer, mit dem gemeinsam er die Qualität des Elchbestandes durch Hege mit der Büchse auf ein höheres Niveau brachte. Förster Quednau wurde ein Mann der Praxis in der Elchhege und kaum jemand wusste so gut Bescheid wie er. Und er machte sich seinen Dienst nicht leicht. Bis in die letzten Jahre ging er sein ganzes Revier zu Fuß ab. Mit seinem Vollbart und mit seinen kurzen Stiefeln, an denen man ihn schon von weitem erkennen konnte, sah er aus wie ein richtiger Waldläufer.

Dabei war er alles andere als ein Einsiedler in der Wildnis. Seine ehrliche und aufrechte Art trugen ihm bei allen, die ihn kannten, Achtung und Verehrung ein. Bei ihm galt nur der Mensch und nicht Stellung oder Titel. Auch sehr prominente und anspruchsvolle Gäste mussten diese Erfahrung machen.

Das Hegeabzeichen, das der Deutsche Jagdschutzverband Johannes Quednau für seine großen Verdienste um die Elchhege verliehen hat, war ein äußeres Zeichen dafür, was er in über fünfzigjährigem Wirken für dieses edle ostpreußische Wild getan hat.

Elchkuh beim Fressen (Daniel Mayer)
 
 
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