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Laduschkin - Ludwigsort

Heute ist Ludwigsort ein Zentrum und Bezugspunkt für die gesamte Umgebung. Es gibt eine Bahnstation, eine Mittelschule, etliche kleine Geschäfte, das Kulturzentrum und ein Krankenhaus. Auch eine kleine russische Garnison ist stationiert.

Die Gegend von Ludwigsort ist altes Siedlungsland, was durch ein vorgeschichtliches Gräberfeld nordöstlich des Dorfes belegt ist. In die moderne Geschichte tritt Ludwigsort mit dem Bau einer Papiermühle 1593 ein. Am 10. 10. 1597 verlieh Markgraf Georg Friedrich, der Vormund des Herzogs von Preußen, die dem Land gehörende Mühle dem Königsberger Papiermühlenbesitzer Georg Osterberger. Der verkaufte die Mühle jedoch umgehend und es folgte eine größere Anzahl von Besitzern, bis 1709 Prinz Friedrich Ludwig von Holstein-Beck (1653 – 1728) die inzwischen marode Mühle kaufte und ihr den Namen Ludwigsort gab. 1780 ging die Papiermühle ein und das Mühlengut wurde Vorwerk von Gut Charlottenthal.

1816 wurde Johann Gottlieb Jakob Theophil Nanke (1763 – 1835), vormals Lehrer in Schirwindt, Besitzer des Gutes und noch vor 1858 erwarb den Besitz Hermann Douglas (1840 – 1895), der Sohn des Kaufmanns Karl Douglas in Königsberg, der das Bernsteinregal entlang der Küste vom Staat gepachtet hatte. In der Mitte des 19. Jhs. entstand auch das spätklassizistische Gutshaus. Dieses blieb bis heute erhalten.

Nachdem George Alexander von Simpson (1853 – 1899) sein Gut Georgenburg bei Insterburg 1899 an den Staat verkauft hatte, erwarb seine Witwe Ellen von Simpson, geb. von der Groeben (1854 – 1934) aus ihrem Anteil am Erlös im selben Jahr das Mühlengut. Noch bevor sie in Juckstein starb, veräußerte sie Ludwigsort an Emma Schmidt, deren Familie bis 1945 das 190 ha große Gut bewirtschaftete.

Ludwigsort war jahrzehntelang eine Sommerfrische für die Städter aus Königsberg, was wohl damit zusammenhing, dass der Ort bereits 1894 einen Bahnhof für die Preußische Staatsbahn der Linie Dirschau-Seepothen erhielt.

Im 2. Weltkrieg wurde Ludwigsort von der Roten Armee kampflos eingenommen und war deshalb zunächst völlig unversehrt. Den Namen des Ortes änderte man 1947 in Laduschkin, um den bei Heiligenbeil gefallenen Gardeleutnant Laduskin zu ehren. Für die bald eintreffenden Übersiedler aus der Sowjetunion richtete man in der bis heute erhaltenen Kirche, die erst 1937/38 errichtet worden war, einen Club ein und baute das Gebäude für diese Zwecke entsprechend um. Altarbereich und Teile des Kirchenschiffs sind aber bis heute noch erkennbar.

Im Hof der Molkerei stößt man auf einen der ältesten Bäume Ostpreußens, eine etwa 900jährige Eiche. Ansonsten wird die Schönheit der umgebenden Landschaft gerühmt – so z. B. in Richtung Haff und Patersort und dort an der Küste entlang in östlicher Richtung. Bei guter Sicht kann man vom Höhenrand aus den Wald von Zimmerbude und Peyse sehen oder die Silhouetten von Camstigal und Pillau. In nordöstlicher Richtung von Ludwigsort liegt oder lag der Hertasee und 1 km weiter der Bahnhof von Pörschken.

Heute leben über 3.000 Menschen in Ludwigsort und bilden eine städtische Gemeinde.

Siehe auch Wulf D. Wagner – Die Güter des Kreises Heiligenbeil in Ostpreußen, S. 508 f

 
 
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