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Gebäude in Tapiau

Im Jahr 1407 stiftete Hochmeister Konrad von Jungingen der Kirche in Tapiau ein Madonnenbild. Vermutlich gab es aber noch kein eigenes Kirchengebäude, sondern nur die öffentlich zugängliche Burgkapelle. Eine gemauerte Pfarrkirche, auf einer Anhöhe gelegen, entstand erst 1502, als erstmalig ein Pfarrer, Johann Forsterus, nachgewiesen ist, der 40 Jahre lang amtierte. Dieses Gebäude brannte 1661 und erneut 1689 ab, wurde 1694 wieder aufgebaut und erhielt die heutige Gestalt – nach Osten erweitert - bei einem Umbau 1768. Der Unterbau des Turms ist dabei aus dem 16. Jh. der Oberbau ist nachmittelalterlich.

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Im Jahr 1407 stiftete Hochmeister Konrad von Jungingen der Kirche in Tapiau ein Madonnenbild. Vermutlich gab es aber noch kein eigenes Kirchengebäude, sondern nur die öffentlich zugängliche Burgkapelle. Eine gemauerte Pfarrkirche, auf einer Anhöhe gelegen, entstand erst 1502, als erstmalig ein Pfarrer, Johann Forsterus, nachgewiesen ist, der 40 Jahre lang amtierte. Dieses Gebäude brannte 1661 und erneut 1689 ab, wurde 1694 wieder aufgebaut und erhielt die heutige Gestalt – nach Osten erweitert - bei einem Umbau 1768. Der Unterbau des Turms ist dabei aus dem 16. Jh. der Oberbau ist nachmittelalterlich.

Im Inneren ist das Kirchenschiff von einer Holztonne überwölbt. Die Decke war ursprünglich mit Malereien von Ende des 17. Jhs. ausgestattet, die im 19. Jh. noch ergänzt wurden. Eine Orgel des Orgelbaumeisters Rohn erhielt die Kirche 1870. Lovis Corinth schenkte 1910 der Gemeinde das dreiteilige Altargemälde „Golgatha“. Es hing in der auf der Nordseite befindlichen Neuen Sakristei. Der Engel des Matthäus war im 1. Weltkrieg durch russische Granatensplitter verletzt worden. Daraufhin schnitten Dr. Pietsch und Superintendent Kittlaus mit Taschenmessern die Bilder aus dem Rahmen und retteten sie. Bereits im Herbst 1944 wurde das Tryptichon in die Kirche von Kremitten ausgelagert, blieb dort jedoch auch nur vorübergehend. Seitdem ist es verschollen. Die sonstige Einrichtung der Kirche, zu der u. a. ein Werk von Isaac Riga gehörte, ist vernichtet.

Im 1. Weltkrieg überstand die Kirche den Beschuss durch russische Artillerie. Nach dem überstandenen 2. Weltkrieg diente die Kirche an der Ecke Marktplatz/Kittlaus Straße als Lagerhalle. Die Sakristei auf der Nordseite, in der das Corinth-Bild hing, wurde zu einem Ladengeschäft umfunktioniert. Die Kirche verfiel aber zusehends. 1990 wurde sie von der orthodoxen Gemeinde übernommen und gründlich renoviert. Die Kirche besaß ein Deckenfresko, das im Rahmen des "Führerauftrags Farbphotographie", der zu letztlich 39.000 Colordiapositive führte, unter der Leitung des Propagandaministeriums im 2. Weltkrieg ebenfalls dokumentiert wurde. Dieses Farbdokument ist nebenstehend abgebildet.

Die Katholiken verfügten über eine kleine Kirche, die zusammen mit dem Pfarramt in der Deimestrasse stand.

Das ehemalige Rathaus, eingeweiht 1922, ist heute ein Jugendzentrum. Um den Markt herum gab es weniger Zerstörungen und so stehen dort noch etliche Altbauten. Auch der Schwarze Adler hatte überlebt. Der einstige Marktgarten ist heute ein Heldengedenkplatz. Auf dem Marktplatz gab es einen Gedenkstein für die Gefallenen des 1. Weltkriegs.

Am Nordufer der Deime, an der Uferstrasse, steht noch das Elternhaus von Lovis Corinth. Eine Tafel erinnert auf deutsch und russisch daran, daß hier am 21. Juli 1858 Lovis Corinth zur Welt kam. Die kleine Freifläche nördlich des Wohnhauses hieß früher Lovis-Corinth-Platz. Die Heil- und Pflegeanstalt wurde zum Krankenhaus für die Russen gemacht.

Das Schulgebäude von 1902, im 1. Weltkrieg 1914 ausgebrannt und wieder aufgebaut, dient unverändert schulischen Zwecken und beherbergt heute die Mittelschule Nr. 1. Vor dem Krieg wurden hier zuletzt 737 Schüler unterrichtet, heute sind es etwa 900. Die Turnhalle ist heute “Städtischer Sportsaal”.

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