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Umgebung von Labiau: Slavjanskoe - Pronitten, Iljitschewo - Kelladen/Waldwinkel

Das Dorf Slavjanskoe - Pronitten westlich von Gr. Legitten an der Hauptstrasse nach Königsberg ist durch den Teufelsstein bemerkenswert. Es handelt sich dabei um eine alte prußische Kultstätte, die sich zudem nahe dem heidnischen Friedhof von Löbertshof befand. Die Häuser des Dorfes hatten sich hufeisenförmig um diesen Teufelsstein herum gruppiert. Für den Ort Prewenithe wurde 1303 eine Handfeste für die dort angesiedelten Litauer ausgestellt. Der Name wandelte sich im Laufe der Zeit in Pronitten. Seit 1383 gab es dort einen Krug und es gab zuletzt eine dreiklassige Schule (letzter Schulleiter war Hauptlehrer Emil Zantopp).

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Das Dorf Slavjanskoe – Pronitten westlich von Gr. Legitten an der Hauptstrasse nach Königsberg ist durch den Teufelsstein bemerkenswert. Es handelt sich dabei um eine alte prußische Kultstätte, die sich zudem nahe dem heidnischen Friedhof von Löbertshof befand. Die Häuser des Dorfes hatten sich hufeisenförmig um diesen Teufelsstein herum gruppiert.[1] Für den Ort Prewenithe wurde 1303 eine Handfeste für die dort angesiedelten Litauer ausgestellt. Der Name wandelte sich im Laufe der Zeit in Pronitten. Seit 1383 gab es dort einen Krug[2] und es gab zuletzt eine dreiklassige Schule (letzter Schulleiter war Hauptlehrer Emil Zantopp).[3]

Iljitschewo - Kelladen/Waldwinkel liegt östlich von Labiau an der Straße von Laukischken nach Haffwerder. Das Dorf wurde 1938 umbenannt. Die zweiklassige Schule wurde 1890 gebaut. Nach dem Krieg wurden dort noch Schüler unterrichtet, doch dann verfiel das Gebäude, bis die resolute Ärztin Inessa Natalitsch nach der Wende Anfang der 1990 Jahre das Haus kaufte und mit Hilfe der Familie und von Einwohnern im Ort wieder herstellte. Mit Hilfe von EU-Mitteln wurde im Sommer 2012 in der Schule ein Museum eröffnet, das inzwischen zu einer Sehenswürdigkeit des Kreises heranreifte. In einem Raum richtete man eine deutsche Schulklasse ein, der zweite Raum ist der Geschichte der Neusiedler im Ort gewidmet, der Kinder hier noch unterrichtet wurden.[6]

Das Gasthaus Tollkühn in Kelladen an der Hauptstrasse von Laukischken nach Agilla - siehe Postkarte - existiert noch, wenn auch ungenutzt. Früher war es der Mittelpunkt des Ortes. Das einstige Jägerstübchen, das von den Lehrern und Förstern bevorzugt wurde, nutzt jetzt ein Lebensmittelladen.[8]

Zur Erinnerung an das ehemalige, nur wenige hundert Meter entfernte Oberforstamt Elchwald, den Oberforstmeister Hans Kramer (13. 7. 1896 - 11. 1. 1982) und seine Forstbeamten und Waldarbeiter wurde auf Initiative von Forstbeamten aus der Schorfheide, Brandenburg, an der "Deutschen Schule Kelladen/Waldwinkel" von Anthropos e. V. in Verbindung mit dem Sondershäuser Bildungsverein e.V. aus Thüringen im September 2013 ein Gedenkstein aufgestellt.[7] Der große Findling trägt eine rötliche Granitplatte mit der Inschrift: "Menschen mit Moral in unmoralischer Zeit - Elchjägermeister Hans Kramer sowie allen Forstbeamten und Waldarbeitern des Oberforstamtes Lechwald zur bleibenden Erinnerung gewidmet."


[1] Heimatbuch Labiau, S. 24
[2]Heimatbuch Labiau, S. 49
[3] Von Tohus, Dez. 2007, S. 48
[6] Manuela Rosenthal-Kappi, Alte Dorfschule Waldwinkel in neuer Pracht, Oprbl. Nr. 48/2012 (1. Dezember). Anschrift: Museum Schule Waldwinkel, ul. Lesnaja 24, 238644 Iljitschewo, Polesskij rajon, Tel.: 007 921 262 92 28. Besichtigung nach vorheriger Anmeldung
[7] Jürgen Leiste, Anthropos e.V. Deutschland/Kaliningrad, Nov. 2013
[8] Walter Habermann, von tohus, Dezember 2013, S. 53/54

Gedenken an den Elchwald (Jürgen Leiste, 2013)
Gedenkstein für den Elchwald (Jürgen Leiste, 2013)
Erinnerungstafel (Jürgen Leiste)
Schulmuseum Kelladen (von tohus, 2012)
Postkare von Kelladen (von tohus)
 
 
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