Deutsch Polnisch Russisch 
 

Weitere Inhalte

Link ber Facebook senden
Seite twittern
 

Die Kirche heute

Die Kirche in Groß Legitten ist die einzige von 11 Kirchen des Kreises Labiau, die noch für den Gottesdienst verwendet wird, wobei erhebliche Wiederaufbauleistungen dafür erforderlich waren. Sie hatte den 2. Weltkrieg unbeschadet überstanden und wurde bis ca. 1984 als Getreidespeicher benutzt. Dann schlug der Blitz ein, zerstörte das Dach und gab die Kirche dem Verfall preis. Anatolij Bachtin bietet in seinem Buch „Kirchen in Nord-Ostpreußen“ eine andere Version: danach wurde die Kirche Ende der 1960er Jahre aufgegeben. 1975 veranstalteten Kinder im Chor ein Lagerfeuer, das zu einem Brand führte, der den Dachstuhl und Teile des Gewölbes vernichtete.

Mehr lesen

Die Kirche in Groß Legitten ist die einzige von 11 Kirchen des Kreises Labiau, die noch für den Gottesdienst verwendet wird, wobei erhebliche Wiederaufbauleistungen dafür erforderlich waren. Sie hatte den 2. Weltkrieg unbeschadet überstanden und wurde bis ca. 1984 als Getreidespeicher benutzt. Dann schlug der Blitz ein, zerstörte das Dach und gab die Kirche dem Verfall preis. Anatolij Bachtin bietet in seinem Buch „Kirchen in Nord-Ostpreußen“ eine andere Version: danach wurde die Kirche Ende der 1960er Jahre aufgegeben. 1975 veranstalteten Kinder im Chor ein Lagerfeuer, das zu einem Brand führte, der den Dachstuhl und Teile des Gewölbes vernichtete.

Die Kirche steht jetzt auf der Liste der Kulturdenkmäler und es gab intensive Bemühungen, die Kirche zu erhalten und vielleicht der russisch-orthodoxen Kirche zur Verfügung zu stellen. Inzwischen strebt man eine Konstellation als örtliches Kulturzentrum mit geistlich-religiöser Nutzung an, sodass mehrere Glaubensrichtungen, nicht nur russisch-orthodoxe oder nur lutherische, die es inzwischen im Umfeld auch wieder gibt, die Kirche nutzen.

Die ersten Ansätze von Baumaßnahmen waren bald zu erkennen. Die Baustelle wurde aufgeräumt und das Dach auf Langschiff und Turm aufgesetzt - allerdings aus verzinktem Blech, das aber später rot angestrichen werden soll und dann von weitem einem Ziegeldach sehr ähnlich sieht. Für 1999 war geplant, das Gewölbe des Chors wieder einzuziehen und das des Langhauses zu reparieren.

Im Zeitraum 2000/2001 herrschten labile Verhältnisse, denn die evangelisch-lutherische Propstei in Königsberg hat die zukünftige Nutzung der Legitter Kirche erst im April 2000 bei den russischen Behörden beantragt und Bischof Panteleimon der orthodoxen Kirche, dem ein Vorrecht bei der Nutzung zusteht, hat nicht auf diese Vorrecht verzichtet.

Im Jahr 2001 erlosch die erste Baugenehmigung. Nach zähen Verhandlungen wurde die Kirche im August 2002 der evangelisch-lutherischen Kirche in Königsberg zur Pacht übergeben, zusammen mit dem Gelände des alten deutschen Friedhofs. Im Sommer 2003 wurden die Arbeiten am alten Kirchengewölbe beendet. Im Jahr 2004 konnte Probst Osterwald die Kirche nach dem 10jährigen Jubiläum der örtlichen Kirchengemeinde am 14. Juni einweihen.

Neue Ausstattungsgegenstände wie Altar, kleine Kanzel, Harmonium etc. kamen wieder in die Kirche hinein, sogar der Triumphbalken wurde wieder eingebaut.

Auch der die Kirche umgebende alte deutsche Friedhof, der wieder eingefriedet ist, wurde so weit wie möglich in Ordnung gebracht und wird vom Küster gärtnerisch gepflegt. Vom Grabkreuz der Jenny v. Gustedt an der nördlichen Chorwand blieb zwar nur der Sockel, doch die Nachfahren wollen das fehlende Kreuz erneuern. Die übrigen Grabstätten tauchen bruchstückhaft wieder auf und werden freigelegt. Dabei zu Tage tretende Gebeine will man in einem Sammelgrab zur Ruhe betten. Als deutsche und russische Widmung auf einem von Frau Anni Lore Lemke und Frau Prof. Dr. Margarete Pulver dafür gespendeten Gedenkstein, der am 27. Juli 2008 unweit der Grabstätte von Jenny v. Gustedt, die aber nur noch als Bodenplatte kenntlich ist, aufgestellt wurde, ist die Widmung angebracht: „Hier ruhen unsere Toten“. Der Gedenkstein ist ein Findling aus der Gemarkung Groß Legitten und wurde vom Küster der Gemeinde bearbeitet. Die Grabplatte von Gustav Graf v. d. Trenck, die man beim Aufräumen der Ruine fand, ist allerdings inzwischen wieder verschollen.

Ende 2000 kaufte man einen großen Teil des früheren Pfarrhauses neben der Kirche, wo man auch im Winter Gottesdienste abhalten kann. Von dort aus kann man auch den Baufortgang besser betreuen, also kontrollieren und dirigieren. Informationen über das Projekt: Prof. Dr. Margarete Pulver, Tel./Fax: 02234/ 8778. Das Haus erhielt Zentralheizung, Isolierglasfenster, Wärmedämmung. Im Jahr 2002 konnte man den ersten Gottesdienst im Gebäude abhalten und es dient nunmehr als Gemeindezentrum.

Seite 2 von 2
 
 
©2005 - 2011 www.ostpreussen.net, powered by dev4u®-CMS
Akzeptieren

Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich damit einverstanden, dass Cookies gesetzt werden. Mehr erfahren