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Wyssokoje - Popelken/Markthausen

Bei Arbeiten zur Begradigung des Flüsschens Melawa fand man bei Popelken 1888 in einer Tiefe von 2,35 Metern eine Rentierstange. Diese gilt seit langer Zeit und vielleicht auch heute noch als frühestes Zeugnis menschlicher Besiedlung nicht nur des Kreises Labiau sondern ganz Ostpreußens, denn sie trägt drei von Menschhand angebrachte Einkerbungen. Die Experten schätzten die Herkunft der Stange auf ca. 14.000 Jahre v. Chr.

Im Zuge der preußischen Verwaltungsreform Anfang 19. Jh. sollte Popelken nach dem Schmidtschen Einteilungsplan von 1809 dem geplanten Kreis Tapiau zugeordnet werden, weil die Verbindung nach Labiau in den niederschlagsreichen Jahreszeiten durch den großen Baumwald nicht gut möglich war. Dieser Plan wurde jedoch aufgegeben und statt Tapiau wurde Wehlau Kreisstadt.

Ab 1626 ist in Popelken ein Pfarrer nachgewiesen und eine Kirche existierte seit 1640. Diese wurde 1768/69 durch einen Neubau ersetzt und 1901 um einen Turm ergänzt. Die Kirche kam unversehrt über den 2. Weltkrieg und diente danach als Halle zur Trocknung von Getreide. Die Glocke hatte man als Altmetall verwertet. Nach 1970 wurde der Turmhelm beschädigt. Im Dachstuhl darunter fand man Münzen und Fotografien der Kirche. Wegen fehlender Instandhaltung verfiel die Kirche sehr rasch. 1996 stand nur noch der blessierte Turm.

Von überregionaler Bekanntheit wurde Pfarrer Adam Friedrich Schimmelpfennig (1699 -1763). Er war Dichter religiöser Lieder, aber auch Autor von litauischer weltlicher Literatur in Klein Litauen. In einem ersten litauischen Gesangbuch waren in der Ausgabe von 1732 bereits 51 Lieder von Schimmelpfennig enthalten. Er übernahm dann die Redaktion weiterer Ausgaben dieses Gesangsbuch zwischen 1738 und 1748. Ein zweites litauisches Gesangbuch überarbeitete Schimmelpfennig 1750. Außerdem gab Pfarrer Schimmelpfennig im Auftrag des Königsberger Druckers Ph. Ch. Kanter die zweite vollständige Ausgabe der litauischen Bibel heraus und übersetzte 1756 das Hauptwerk von Johann Arndt „Vom wahren Christentum“, dessen Druckfahnen allerdings bei der bald folgenden Eroberung Ostpreußens durch die russische Armee unwiederbringlich verloren gingen.

In Popelken wurde schon im 17. Jh. Schulunterricht erteilt. So ist von 1677 – 1683 ein Lehrer Stefan Schwarz aktenkundig. Bereits vor dem 1. Weltkrieg besaß Popelken eine vierklassige Volksschule, die ebenso den Schülern aus Klein Markthausen, Liebenort und Liebenhof zur Verfügung stand und in der bis 1901 die Präparandenanstalt untergebracht war. 1927 entstand eine neue, moderne und großzügig ausgestattete Hindenburgschule.

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Kirchenruine 2017 (Arne Woest)
Eingang zur Kirche 2017 (Arne Woest)
Decke der Kirchturmhalle 2017 (Arne Woest)
Einstige Raiffeisenkasse 2017 (Arne Woest)
Einstiges Hotel Drückler 2017 (Arne Woest)
Eingang ehem. Hotel Drückler 2017 (Arne Woest)
Ortsbild Popelken 2017 (Arne Woest)
Ortsbild Popelken 2017 (Arne Woest)
 
 
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