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Geschichte von Gut Bledau

Bereits zur Ordenszeit war Gut Bledau das bedeutendste Gut der Gegend. Ältester Besitzer war der Pruße Tulegedde, 1431 war es der Pruße Nedrow. 1553 verschrieb Herzog Albrecht das Gut dem Georg von Thalau, von dem es an Christoph von Rapp, Günstling und Kanzler Herzog Albrechts, über ging.

Christoph von Rapp starb 1619 auf Bledau. Nachfolgender Besitzer war ein Thiesel von Laltitz, der 1646 das Land an Magdalena von Rapp verkaufte. Von ihr erbte 1680 ihr Enkel von Korff. Die Familie von Korff stammte ebenso wie die Familie von Rapp aus Kurland.

Nachdem der Generallandschaftsdirektor von Korff 1820 gestorben war, gelangten die Bledauer Güter wegen Überschuldung zur Versteigerung. Die Korff-Erben beauftragten den Justizkommissar Dr. Wilhelm Ephraim Tortilowius-Thierenberg, für sie den alten Besitz zu ersteigern. Dabei überstieg er jedoch die ihm aufgegebene Gebotsgrenze mit der Folge, dass er selbst die Güter übernehmen musste. Das erwies sich als glückliche Fügung, denn dem Justizkommissar gelang es trotz der für die Landwirtschaft schwierigen Zeit, das herunter gewirtschaftete Gut Bledau zu einem der wertvollsten Besitztümer im Samland zu machen.

1821 erlangte der Justizkommissar die königliche Genehmigung, den alten Adelsnamen Tortilowicz von Batocki anzunehmen und so hießen sämtliche Erben auf Bledau bis 1945. Nach dem Tod von Wilhelm Ephraim Tortilowicz von Batocki erbte der Enkel, der spätere königliche Kammerherr Otto Tortilowicz von Batocki-Friebe, der Bledau zum Majorat machte. Ihm folgte Adolf Tortilowicz von Batocki-Friebe (1868 – 1944), der als ältester Sohn 1890 mit 22 Jahren die Bewirtschaftung des Gutes übernahm.

Ein altes Gutshaus in Bledau brannte 1694 ab, wurde wieder aufgebaut und brannte 1913 und 1923 erneut aus. Das heute noch stehende Gebäude entstand nach dem 1. Weltkrieg. Architekt war der damals in Ostpreußen mit solchen Bauten viel beschäftigte Graf von Hochberg, der den Herrensitz im Stil des Neobarock gestaltete.

Vor dem Krieg stellte Tortilowicz von Batocki das Schloss für die Unterbringung von Studenten der Königsberger Universität zur Verfügung, die sich eine private Bleibe nicht leisten konnten. Die Betreuung lag in den Händen der studentischen Verbindung "Langemark".[1] Er selbst zog mit seiner Familie in ein kleineres Haus im nahen Wosegau.[2] Das Gutshaus hat Krieg und Nachkriegszeit überlebt, sieht immer noch stattlich aus und ist zuletzt ein Heim für taubstumme Kinder. Es ist umgeben von einem schönen alten Park.

Neben Bledau mit einer Landwirtschaftsfläche von rd. 550 ha gehörte außerdem im 20. Jh. das Gut in Wishnewoe – Wosegau mit rd. 440 ha, das Gut in Mohowoe – Wiskiauten mit rd. 500 ha. und das Gut in Bezymjanka – Nuskern mit 240 ha. Dazu kamen weitere Güter im Landkreis Königsberg. Der Gesamtbesitz addierte sich um 1920 auf rd. 3.500 ha. davon 1.500 ha fruchtbarer Ackerboden und 900 ha Wald, der Rest Hutung und Wiesen.

Bereits 1254 erhielt der prußische Freie Ponatho Grundbesitz in Wosegau verschrieben, was 1258 von Bischof Heinrich von Samland bestätigt wurde. Im Gegenzug wurde er bzw. sein erbender Sohn zum Kriegsdienst für den Deutschen Orden und zum Burgenbau verpflichtet. Noch um 1400 waren die Landeigentümer in Wosegau ausschließlich prußische Freie. 1553 wandelte Herzog Albrecht Wosegau in ein Landgut um. Nach Ausweis der Amtsrechnung des Kammeamtes Laptau gehörte 1636 das Gut zusammen mit Bledau und Wargienen dem Ernst Rappe. Ab Ende des 17. Jhs. erschienen Vertreter der, Familie v. Korff als Eigentümer, bis 1820 die Bledauer Güter wegen Überschuldung zur öffentlichen Versteigerung ausgeboten wurden. Sie wurden 1822 von Wilhelm Ephraim Tortilowicz von Batocki ersteigert. Wosegau wurde in der Folgezeit verpachtet. Letzte deutsche Besitzerin von Wosegau, im Jahr 1929 insgesamt 351 ha groß, war Ada von Brandt, Tochter von Adolf v. Batocki.[3]

Der zu Wosegau gehörende Cunterstrauch umschloss damals ein 8 ha großes Rotbuchenwäldchen und ebenso gab es im Wiskiauter Wald eine Reihe schöner Rotbuchen.



[1] Klaus A. Lunau, Notizen aus dem Samland, Unser schönes Samland, Sommer 2014, S. 47
[2] Evgeny Dvoretski, An der Spitze Ostpreußens in schwerer Zeit, PAZ Nr. 29/2018 (20. Juli), S. 11
[3] Dr. Manfred Klein, Die Gemeinde Wosegau, Unser schönes Samland, Sommer 2011, S. 13/14

 
 
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