Deutsch Polnisch Russisch 
 
Link ber Facebook senden
Seite twittern
 

Swetlyj - Zimmerbude

Zimmerbude ist ein idyllisch gelegener Ort am Frischen Haff mit weitem Ausblick über den Seekanal und der Möglichkeit, schöne Waldspaziergänge zu unternehmen. Die Entstehung dieses Ortes reicht bis in die Anfänge des Ordenslandes zurück. Bereits 1242 wurde mit den Lübeckern über die Gründung einer Stadt samt Burg am Ausgang des Pregel in das Haff, der sich damals in etwa hier befand, verhandelt. Aus irgendwelchen Gründen gab es aber offenbar Meinungsverschiedenheiten zwischen den Verhandlungspartner zu diesem Projekt, so dass es nicht weiter verfolgt wurde. Dennoch entstand hier wohl die Burg Cerauwe oder Cemrowe, die in einer Hochmeisterchronik aus der Mitte des 15. Jhs. Erwähnung fand, und von diesem Namen leitete sich die Bezeichnung „Zimmerbude“ ab. Hintergrund war vermutlich die Gewinnung der Bauhölzer für die Haffburgen in den umliegenden Wäldern.

Mit der Burg entwickelte sich ein Gut, das dem Bischof des Samlands gehörte. In der Reformationszeit wurde daraus ein adliges Gut, das bis 1661 der Familie von Taubenheim gehörte. 1669 ging das Gut für kurze Zeit an Eberhard von Danckelmann, Erzieher des späteren Königs Friedrich I. und dessen oberster Minister. Gut Zimmerbude wurde mit der Domäne Kaporn zusammengelegt und wurde ein großes königliches Fischer-Gut. Es gab eine dreiklassige Schule in einem als stattlich angesehenen Gebäude.

Eine schlichte Fachwerkkirche, die ab 1855 den Badegästen von Cranz als Andachtsraum diente, wurde 1899 dort abgerissen und in erweiterter Form in Zimmerbude wieder aufgebaut. Hier überstand sie den 2. Weltkrieg unversehrt, wurde dann verputzt und als Kino genutzt. Vermutlich in den später 1960er Jahren riss man sie ab und errichtete an derselben Stelle das „Haus des Sports“. Der letzte deutsche Seelsorger, Pfarrer Sperling, war 1939 – 1943 Leiter des von Pfarrer Niemöller gegründeten Pfarrernotbunds, stand einer Gemeinde der Bekennenden Kirche vor, die als die lebendigste des Samlands geschildert wurde.

Für das religiöse Leben entstand in neuer Zeit eine Kirche im russisch-orthodoxen Stil.

Gerhard Krause, geboren in Wargen, wo nur noch 2 Häuser stehen, hat sich als Rentner in Zimmerbude niedergelassen. Schon seit Jahren verbrachte er mehr Zeit im Kaliningrader Gebiet als an seinem Wohnort Hamburg. In Svetly am alten Königsberg-Kanal besitzt er eine kleine Datscha und dort heiratete er 2005 die Russin Nina. Sie spricht nur russisch, er nur deutsch. Trotzdem verstehen sie sich bestens. Ihre Hochzeit war dem Ostseereport ein Bericht wert, der die große Hochzeitsgesellschaft zeigte. Herr Krause hofft, durch die Heirat eine Dauer-Aufenthaltsgenehmigung zu erhalten.




 
 
©2005 - 2011 www.ostpreussen.net, powered by dev4u®-CMS
Akzeptieren

Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich damit einverstanden, dass Cookies gesetzt werden. Mehr erfahren