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Die Kirche in Germau

Bereits um 1400 nutzte man die Burgkapelle, entstanden um 1270, als Pfarrkirche. 1565 erfolgte der Umbau des Turms zum Glockenturm. Nachdem in diesen 1596 der Blitz eingeschlagen hatte, vereinte man die ursprünglich dreijochige Kapelle mit dem benachbarten, ebenfalls dreijochigen Remter, und es entstand das Jahrhunderte lang genutzte Kirchengebäude von Germau.

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Bereits um 1400 nutzte man die Burgkapelle, entstanden um 1270, als Pfarrkirche. 1565 erfolgte der Umbau des Turms zum Glockenturm. Nachdem in diesen 1596 der Blitz eingeschlagen hatte, vereinte man die ursprünglich dreijochige Kapelle mit dem benachbarten, ebenfalls dreijochigen Remter, und es entstand das Jahrhunderte lang genutzte Kirchengebäude von Germau.

Um 1720 war bis auf den zur Kirche umgebauten Südflügel kaum noch etwas von der alten Burg übrig. Ihre Steine hatte man nach Palmnicken transportiert und für das neue Bernsteinmeisterhaus verwendet. 1832 baute man die Sakristei an. Die Wände der Kirche bestanden aus Feldsteinen, nur die Ecken und das obere Drittel waren aus Backsteinen aufgemauert.

Die Kirche restaurierte man noch einmal gründlich von 1936 – 1942. Im Ostchor der Kirche hatten sich zwei Joche mit ordenszeitlichen Kreuzgewölben erhalten, deren Rippen mit bunten Ornamenten bemalt waren. Dort entdeckte man noch 1939 in 3 Meter Höhe frühe Wandmalereien aus der Zeit von 1340 - 1360. Es handelte sich dabei um Werke des Arnauer Meisters. Dann zog der Krieg darüber hinweg und beschädigte das Haus schwer. Zunächst diente es noch als Sammelstelle für die zusammengetriebenen deutschen Bevölkerungsreste, dann verfiel es.

Erhalten blieben die Teile der Grundmauern, ein Mauerstück von der Rückwand der Apsis, die dem ältesten Bauteil zuzurechnen ist, und die zugeschütteten großen Kellergewölbe unter dem Kirchenschiff und dem Turm. Die Gewölbe unterhalb des Turms dienten als Familiengruft – vermutlich der früheren Herrschaft von Kirpehnen südlich von Germau, heute Povarovka. Das waren seit 1575 die prußische Familie von Schönwiese, danach die Familie von Auer und seit 1838 die Familie von Montowt. 1993/94 fanden Konservierungsarbeiten an den Mauerresten statt, die mit Mitteln von deutscher Seite finanziert wurden.

Im Evangelischen Zentralarchiv in Berlin befinden sich das Kirchenbuch von 1708 sowie Altargeräte von 1870 und 1890.

Auf dem Gelände der Kirche existieren Gräber in einer Sammelgräberstelle für die im Frühjahr 1945 hier im Gebiet gefallenen 4.687 deutschen Soldaten und auch auf der Flucht umgekommene Zivilisten, sowie jenseits der Dorfstrasse eine Gedenkstätte für die sowjetischen Soldaten, die bei der Eroberung Ostpreußens ihr Leben ließen. Der deutsche Sammelfriedhof wurde seit 1993 im Auftrag der Deutschen Bundesregierung errichtet und am 20. 8. 1995 eingeweiht.[1] Auf großen Stelen sind die Namen der Toten verzeichnet.


[1] Hadwiga Meyer, Unser schönes Samland, Sommer 2008, S 71

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