Deutsch Polnisch Russisch 
 
Link ber Facebook senden
Seite twittern
 

Segelflug auf der Kurischen Nehrung

In den 1920er Jahren richteten sich 5 km nördlich von Rossitten die Segelflieger ein. Da im Vertrag von Versailles 1919 Deutschland der Bau von Motorflugzeugen verboten worden war, bot die Segelfliegerei die aeronautische Alternative.

Die Segelflugbedingungen waren auf der Kurischen Nehrung durch die starken Aufwinde über den Dünen, besonders im Bereich des Predin, besonders günstig. Die Segelflieger starteten mit Flugversuchen im Gleitflug, steigerten sich aber bald zu Küstenflugwettbewerben. Eine Segelflugschule wurde nördlich von Rossitten am 60 Meter hohen Schwarzen Berg (Tschernaja Gora) eingerichtet und im Laufe der Jahre ließen sich hier 30.000 Schüler, vor allem aus dem Reich, ausbilden.

Mehr lesen

In den 1920er Jahren richteten sich 5 km nördlich von Rossitten die Segelflieger ein. Da im Vertrag von Versailles 1919 Deutschland der Bau von Motorflugzeugen verboten worden war, bot die Segelfliegerei die aeronautische Alternative.

Die Segelflugbedingungen waren auf der Kurischen Nehrung durch die starken Aufwinde über den Dünen, besonders im Bereich des Predin, besonders günstig. Die Segelflieger starteten mit Flugversuchen im Gleitflug, steigerten sich aber bald zu Küstenflugwettbewerben. Eine Segelflugschule wurde nördlich von Rossitten am 60 Meter hohen Schwarzen Berg (Tschernaja Gora) eingerichtet und im Laufe der Jahre ließen sich hier 30.000 Schüler, vor allem aus dem Reich, ausbilden.

1923 fand erstmals die Deutsche Küstensegelflugwoche statt. Bei einem der seinerzeit viel beachteten Wettbewerbe stellte der Segelflieger Ferdinand Schulz 1924 in seiner „Besenstielkiste“ einen Segelflug-Weltrekord im Dauerfliegen über 8 Std. 42 Min. 9 Sek. auf. 1925 schaffte er auf der Krim bereits eine Flugdauer von 12 Std. und 12 Min., 1927 eine Dauer von 14 Std. und 7 Min. Doch 1929 stürzte der Weltklasse-Flieger Schulz anlässlich einer Flugvorführung auf dem Marktplatz von Stuhm mit einem Motorflugzeug tödlich ab. Das tat der Flugbegeisterung auf der Nehrung jedoch keinen Abbruch und 1937 wurden weitere Weltrekorde im Dauerfliegen aufgestellt.

Nach dem 2. Weltkrieg war es mit der Segelfliegerei vorbei. Die dazugehörigen baulichen Einrichtungen waren im Januar 1945 gesprengt worden und heute stößt man allenfalls noch auf Trümmerreste. Doch das Bild wandelt sich: am 11. August 2012 wurde 90 Jahre nach dem Start des ersten Segelflugs bei Rossitten der Flugbetrieb symbolisch wiederaufgenommen. Organisiert hat das Dr. Harald Kämper vom "Vintage Glider Club" (www.vgc-deutschland.de) und dabei gleich ein Grunau-Baby sowie ein weiteres historisches Segelflugzeug - SG38 - mitgebracht, welches dem Museum in Rossitten geschenkt wurde. Das Grunau-Baby wurde an diesem Tag sechsmal in die Luft katapultiert.[1]


[1] Peter Herrmann/R.G., Ausziehen - Laufen - Los!, Oprbl. Nr. 35/2012 (4. September), S. 14

Segelflug bei Rossitten 2015 (Klaus Henning)
Grunau-Baby in Rossitten (Herrmann, 2012)
Ansichtskarte 1932 (Unser schönes Samland, 2013)
 
 
©2005 - 2011 www.ostpreussen.net, powered by dev4u®-CMS
Akzeptieren

Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich damit einverstanden, dass Cookies gesetzt werden. Mehr erfahren