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Przystań - Pristanien/Paßdorf und der Beginn des Masurischen Kanals

In der Nordwestecke des eigentlichen Mauersees (jez. Mamry), bei Przystan – Pristanien/Paßdorf, sollte einmal der Verbindungskanal zum nördlichen Flußsystem des Pregel beginnen, denn die masurischen Seen hatten keine schiffbare Verbindung zu anderen Wasserstraßen, sondern nur untereinander. Von Pristanien/Paßdorf bis zur nächsten leistungsfähigen Wasserstraße, der Alle bei Allenburg, bestand die kürzestmögliche Verbindung.

Ein Kanal existierte bereits im 18. Jh., errichtet 1764 – 1776 unter der Regie von Oberpräsident Johann Friedrich Domhardt, verfiel aber schon bald wieder. Seit den 70er Jahren des 19. Jhs. gab es neue Pläne für die Verwirklichung der Kanalidee mit dem Ziel, die Masurischen Seen mit Königsberg bis hin zum Baltikum zu verbinden[1]. Holz, Getreide und Baumaterial sollte ausgeführt, Kohle und Düngemittel im Gegenzug nach Masuren transportiert werden

Doch die Konzeptionsphase zog sich endlos in die Länge. Zwar gab es 1874 die Genehmigung zum Bau, doch erst 1898 begann die eigentliche Entwurfsarbeit. Nach den Vorstellungen über eine Wasserstrassenverbindung zwischen Alle und Pregel im 18. Jh. begann 1911 die konkrete Planungs- und Bauphase. Durch den ersten Weltkrieg mussten die Bauarbeiten jedoch eingestellt werden, ebenso 1922 wegen der Inflation. Immerhin waren drei Viertel des Kanalbetts ausgehoben worden. Die nächste Bauetappe begann 1934, mit Hochdruck ab 1936 und endete 1942 erneut wegen des zweiten Weltkriegs, und diesmal endgültig. So ist das Projekt, das Jahrhunderte lang die Phantasie beflügelte, nie bis zur wirtschaftlichen Nutzung gelangt und angesichts der Teilung Ostpreußens ist es inzwischen überflüssig geworden.

Der Kanal sollte rd. 50 km lang sein, wobei 20 km auf das heute polnische Gebiet entfielen. Von Pristanien aus, am 16. 7. 1938 in Paßdorf umbenannt, führt der Kanal durch den Resauer See (jez. Rydzówka) in nordwestlicher Richtung, um bei Allenburg in die Alle (Lyna) zu münden, die wenig später den Pregel trifft. Zehn Schleusen, davon zwei mit dem größten Gefälle von je 17,2 m, sollten die Höhendifferenz von insgesamt 111 m überwinden. Die Tiefe des Kanals war mit 2,50 - 3,00 Metern projektiert, die Breite am Wasserspiegel mit 23 m und am Grund mit 11 bis 13 m. Die Fließgeschwindigkeit hätte 02 m/sec. betragen. Die Staustufen sollten zur Gewinnung von Elektrizität durch Wasserkraft genutzt werden. Außerdem sollte der Kanal der Regulierung des Wasserstands der Masurischen Seen dienen und das Wasser nach Norden abfließen, und nicht nach Süden über Narew und Weichsel. Letztlich sollten 170 bis 190 km² Wiesen entwässert werden. .Der Kanal war für Finowmaßkähne mit einer maximalen Wasserverdrängung von 250 Tonnen vorgesehen. Am Bau beteiligt waren die Firmen Dyckerhoff & Widmann sowie Philipp Holzmann. [1]

Südlich von Pristanien/Paßdorf überquert die Landstraße den Anfang des Kanals.


[1] Allensteiner Nachrichten, 24. 10. 2008; Ausstellungstext OKH 2014

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