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Cernysevskoe - Eydtkuhnen/Eydtkau

Die Stadt war Grenzstation der Ostbahn und liegt an der litauischen Grenze. Sie ist sehr zerstört und dazu noch militärisches Sperrgebiet, denn zwei Drittel der Stadt sind vom Militär okkupiert. Das restliche Drittel der Stadt macht keinen guten Eindruck.

Die Anfänge von Eydtkuhnen gehen ins 16. Jh. zurück. Aufschwung nahm die Gemeinde aber erst 1860 mit dem hier beendeten Bau der Ostbahn, die 1861 auf der Grenzstation in Wirballen (Wershbolowo) mit veränderter Spur an das russische Eisenbahnnetz angeschlossen wurde. Damit wurde der kleine Grenzort nicht nur Durchgangsstation zwischen Deutschland und Russland, sondern zu einer Drehscheibe auf dem Landweg vom Pazifik zum Atlantik. Gab es um 1860 in Eydtkuhnen 125 Einwohner, erhöhte sich diese Anzahl 1875 auf 3.253, bis 1914 auf 6.832 und bis 1923 auf 10.500. Der schöne Bahnhof entstand nach Plänen von Friedrich August Stüler und in seinem Fürstenzimmer legten etliche Potentaten und Prominente eine Rast ein.

Bei Eydtkuhnen rückten die ersten russischen Trupps ins Deutsche Reich ein. Meldung in der Chronik des 1. Weltkriegs:
"Königsberg 2. Aug. 1914
In Eydtkuhnen ist eine russische Patrouille eingeritten. Das Postamt in Bilderweitschen ist nach einer sicheren Meldung zerstört worden. Der Feind hat die Grenze an vielen Stellen überschritten, wie zweifelsfrei festgestellt worden ist."

1922 erfolgte die Erhebung zur Stadt. Nach dem 1. Weltkrieg ging der Grenzverkehr zurück. Heute verläuft über diesen alten Grenzort der wesentliche Teil des Ost-West-Verkehrs des Oblast Kaliningrad. Dazu gibt es noch das alte Zollhaus und die Eisenbahnbrücke über die Lepone, den Grenzfluß.

Die neoromanische Kirche mit kreuzförmigem Grundriß, die nach Plänen von Friedrich Adler gebaut und 1889 geweiht wurde, existiert noch als Ruine mit den zwei Turmunterbauten ohne die vormaligen Spitzdächer. Das Erdgeschoß ist zugemauert, das Dach des Langhauses verschwunden. Das Gebäude diente lange Zeit dem Militär als Lager, ist heute aber nicht mehr benutzt. Ebenfalls zugemauert ist das Pfarrhaus.

Das alte Postgebäude steht noch, ebenso die Volksschule. Die Turnhalle dient heute als Clubhaus. Dann gibt es vereinzelt noch ein paar alte Wohngebäude und ansonsten neue Plattenbauten und Kasernen.

Eydtkuhnen wurde 1938 in Eydtkau umbenannt.

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