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Geschichte der Stadt Goldap

Tataren und Pest hinterließen auch in Goldap ihre hässlichen Spuren. Doch im Laufe der Zeit entwickelte sich die Stadt zu einem Wohnplatz für Handwerker und Kaufleute, was das bürgerliche Leben stärkte. Durch seine Lage weit im Osten wurde Goldap schon im 1. Weltkrieg erheblich geschädigt, aber die Zerstörungen des 2. Weltkriegs waren dann noch weit umfassender. In Goldap wurde der Maler Alfred Partikel (1888 - 1945) geboren.

Das Gebiet von Goldap am Goldap-Fluß war schon zu vorgeschichtlicher Zeit besiedelt, wie durch Ausgrabungsfunde nachgewiesen wurde. Die systematische Besiedlung setzte um 1565 ein und am 15. Mai 1570 erfolgte die offizielle Gründung der Stadt. Aus diesem Anlaß feierte man 1970 das 400jährige Stadtjubiläum. Die Einwohner erhielten sehr bald das Brau- und Schankrecht für Bier und schafften es, für diesen Gewerbezweig einen überregional guten Ruf zu erzielen.

Als die Tataren 1657 die Stadt eroberten und nieder brannten, sollen auch viele Bürger verschleppt oder getötet worden sein. Es wurde sogar berichtet, dass man Bürgermeister Dullo auf dem Marktplatz bei lebendigem Leib verbrannte.

Die große Pest 1709 - 1711, im Jahr 1709 kombiniert mit dem kältesten Winter seit Menschengedenken, raffte die Hälfte der Bevölkerung dahin. Die so entstandenen Lücken schloss man mit Zuwanderern aus Brandenburg, Pommern, Magdeburg, Halberstadt, aus der Pfalz und Nassau, mit Deutschen und Schweizern, Preußen und Litauern.

Ab 1718 wurde Goldap Sitz einer ständigen Garnison. 1741 zog das Regiment der Schwarzen Husaren ein. Um den Garnisonschef von 1763 – 1768, Friedrich von Lossow, mit dem er befreundet war, zu besuchen, unternahm Immanuel Kant seine überhaupt weiteste Reise.

Im 18. Jahrhundert war Goldap als Handwerkerstadt bedeutend, aber auch die Kaufleute hatten Erfolge. Auf dem 3 ha großen und damit zweitgrößten Marktplatz der Provinz, dem "Ring", wurde einer der größten Vieh- und Pferdemärkte Ostpreußens abgehalten.

Am 29. September 1818 bestimmte man Goldap zur Kreisstadt. 1879 konnte die Eisenbahnstrecke Insterburg - Goldap- Lyck eingeweiht werden. 1914 besetzten und zerstörten die Russen die Stadt. Nach deren Abzug begann der Wiederaufbau. Die Zerstörungen konnten bald, vor allem mit tatkräftiger Hilfe der Patenstadt Braunschweig, beseitigt werden.

Mitte Oktober 1944 begann die Rote Armee eine Offensive auf Ostpreußen. Goldap mußte geräumt werden. Die letzten Bewohner verließen Goldap am 21. Oktober 1944. Anfang November 1944 wurde die Stadt von deutschen Truppen zurückerobert und bis Mitte Januar 1945 gehalten, musste dann aber doch aufgegeben werden. Nach dem Sieg der Sowjets kam die Stadt unter polnische Verwaltung. Sie war zu 90 % vernichtet. Insbesondere seit 1990, seit dem Niedergang des Kommunismus, hat man in Goldap viel restauriert und schöner gestaltet – so z. B. den Marktplatz. Der Wiederaufbau trug späte Früchte: seit dem Jahr 2000 besitzt Goldap offiziell den Status einer Kurstadt.

In Goldap wurde der in der ersten Hälfte des 20. Jhs. weithin bekannte Maler Alfred Partikel (1888 - 1945) geboren. Er war ab 1929 Professor für Landschaftsmalerei an der Kunstakademie in Königsberg, ließ sich aber schon 1925 in Ahrenshoop auf dem Darß in Vorpommern nieder, wo er in der Dorfstraße 32 ein Haus erworben hatte. Trotzdem war er ab 1929 bis 1945 als Professor für Landschaftsmalerei an der Kunstakademie in Königsberg tätig. Seine Bilder behandelten Themen vom Darß, aber vielfältig auch aus Ostpreußen. Er ging am 20. 10. 1945 in Ahrenshoop auf eine Wanderung in den dortigen Wald und kam nie wieder, wurde auch nie gefunden. Partikel gehörte zur Gruppe der Künstler, die sich an der "Sandakademie" von Max Pechstein in Nidden im Umfeld des Hotels von Hermann Blode beteiligten. Zu seinen Arbeiten, von denen auch einige im Ostpreußen-Museum in Lüneburg ausgestellt werden, gehörte u. a. eine Radierungsfolge aus dem Jahr 1919 für "Michael Kohlhaas" von Heinrich von Kleist, die im Kleist-Museum in Frankfurt/Oder dokumentiert ist.

In Bodenhausen bei Goldap planen die Goldaper Kommunalbehörden einen zivilen Flughafen für kleinere Zivilmaschinen.. Die Zustimmung des Zivilen Luftfahrtamtes liegt vor. Finanzierung mit EU-Mitteln.[1]

In den Jahren nach 2000 hat Goldap den Status eines Kurortes zuerkannt bekommen. Im hiesigen Sanatorium werden verschiedene Bewegungskrankheiten mit Heilschlamm behandelt und an der neuen Promenade richtete man eine Trinkhalle mit Heilwasser ein. Für 2014 ist die Anlage eines Gradierwerks geplant.[2]



[1] Ostpreußenblatt, Nr. 3/2010 (23. 1.), S. 13
[2] Allensteiner Nachrichten, 24. 11. 2013, S. 2



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