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Smalininkai - Schmalleningken

Schmalleningken war die östlichste Ortschaft des Memellandes, direkt an der Memel gelegen und einst Zollgrenzstation zu Russland. Die Ansiedlung hier begann im 15. Jh., was urkundlich belegt ist. Ursprünglich gehörte Schmalleningken zum Kreis Ragnit, ab 1920 zum Kreis Pogegen und von 1939 - 1945 zum Kreis Tilsit-Ragnit.

1792 erhielt Schmalleningken Marktrecht. 1845 wurde der Kirchspielort Schmalleningken als ein Abzweig von Wischwill gegründet. Die Gottesdienste mussten zuerst in einem zu diesem Zweck gemieteten Hause stattfinden. Den Bau der Kirche auf dem höchsten Platz des Ortes an der Hauptstrasse ermöglichte ein kaiserliches Gnadengeschenk. Am 13.Juni 1877 fand die Grundsteinlegung, am 13.November 1878 die Einweihung statt. Die Kirche war ein unverputzter Backsteinbau mit hohem Turm, in dem Glocken aus Gussstahl hingen. Der Innenraum war mit Altar, Kanzel, Orgel und Tauftisch im neugotischen Stil ausgestattet. letzter Pfarrer : Wilhelm Grodde, der als einziger ordentlicher Geistlicher im Land blieb, aber von den Sowjets keine Wirkungsmöglichkeit erhielt. Er wurde Kantor der katholischen Gemeinde Jurburg und durfte später in die Bundesrepublik ausreisen. Die Kirche wurde im Krieg zerstört, die Ruine beseitigt.[1]

Neben der Evangelisch Lutherischen Kirche gab es die Synagoge, ebenfalls an der Hauptstraße gelegen, und das Gebetshaus der christlichen Gemeinschaft „Chrischona“ unweit des Bahnhofes.[2]

Der Schmalleningker Hafen enstand 1886 - 1888 und bot Platz für 60 Schiffe und etliche Familien im Ort lebten von der Schifffahrt. Sie bemühten sich immer, rechtzeitig vor der Eisbildung auf der Memel zu Hause zu sein. Für ihre Kinder gab es im Winter eine besondere Schulklasse für Schifferkinder.[3] 1902 entstand die Schmalspurbahn Pogegen - Schmalleningken und förderte so die Geschäftstätigkeit im Ort.

Schmallingken besaß einige stattliche Hotel-, Restaurant- und Geschäftshäuser, die einen durchaus städtischen Eindruck vermittelten, aber auch einige erfolgreiche Gewerbebetriebe. Die Zellulosefabrik Königsberg besaß hier eine Filiale. Es gab mehrere Speditionsgesellschaften, zwei Schiffsgesellschaften, einen Betrieb für Torfgewinnung und -verarbeitung, eine Ziegelei, eine Baugesellschaft in christlicher und eine in jüdischer Hand. Das Forstamt Schmalleningken verwaltete einige tausend Hektar Wald. 1925 verfügte Schmalleningken noch über 1.741 Einwohner. Da in der litauischen Zeit die Lage als Grenzort und damit die entsprechende Verwaltung entfiel, schrumpfte das ökonomische Potential zusammen und 1939 gab es nur 1.321 Einwohner.

Vieles vom alten Schmalleningken ist nach dem 2. Weltkrieg verloren gegangen. Die Hauptstrasse zeigt aber noch einige interessante Gebäude, der Winterhafen mit seinem großen Schutzdamm ist immer noch beeindruckend und es gibt dort eine beliebte Fischerkneipe. Das Kopfsteinpflaster zum ehemaligen Fähranleger ist ein beliebtes Fotomotiv.

Eine detaillierte Schilderung von Schmalleningken mit vielen Bildern und Landkarten gibt es bei GenWiki unter http://wiki-de.genealogy.net/Schmalleningken

Die einstige Schule von Schmalleningken ist zur Hotel-Pension umgebaut worden. Dort soll man sehr schön wohnen können.[4]

[1] Heinrich A. Kurschat, Das Buch vom Memelland, 2. Aufl. 1990, S. 472
[2] von Peter Sziedat, 14. 11. 2011
[3] Heinrich A. Kurschat, Das Buch vom Memelland, 2. Aufl. 1990, S. 79
[4] Hanne Hellermann, 3. 9. 2012

Meßtischblatt (Marieta Waldszus)
Blick auf Schmalleningken (Qqssxx in Wikipedia)
Kirche in Schmalleningken vor 1945
 
 
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