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Ventė - Windenburg

Windenburg ist ein Ort im Kreis Heydekrug. Um 1360 errichtete der Orden unter Henning von Schindekop in Windenburg eine Burg, um gegen die einfallenden Litauer besser gewappnet zu sein.[1] Diese Burg wurde der Komturei Ragnit zugeordnet, die für die Sicherheit auf dem Memel bis zur Mündung ins Haff verantwortlich war. 1409 war eine Verlegung der Burg, die unter Eisgang und Strömung gelitten hatte, erforderlich, weil die Wellen des Haffs das Gemäuer unterspült hatte. [2] 1436 wurde noch ein Pfleger in Windenburg genannt, der die Fischgewässer und Wiesen des Ordens zu verpachten hatte. Danach verlegte dieser seinen Sitz nach Ruß. Henneberger fand um 1570 nur noch Ruinen vor[3]

Der Ort Windenburg ist besonders bekannt durch die "Windenburger Ecke", eine ins Kurischen Haff hinausragende Halbinsel mit einer steinbewehrten Sandbank, die sich tief ins Haff hinein erstreckt, wo insbesondere bei Südweststurm, dem Aulaukis, die Schiffe leicht gegen geworfen und mehr oder minder stark beschädigt wurden. Früher war es der Windenburger Bevölkerung sehr willkommen, wenn eines der Holzflöße an dieser Stelle zerschellte und das herum schwimmende Holz als Strandgut eingesammelt werden konnte.

Obwohl mehrere Holzkaufleute im 19. Jh. in Ruß am Ruß- bzw. Athmastrom Holzschneidemühlen errichtet hatten, war der Bedarf an Holzzuschnitten so groß, dass auch die Memeler Holzschneidemühlen beschäftigt werden mussten. Deshalb gab es etliche Holzflöße, die den Weg über das Haff dorthin nahmen. An der gefährlichen Windenburger Ecke gab es im Herbst 1862 so große Verluste, dass König Wilhelm I. 1863 den Bau eines Umgehungskanals für die Windenburger Ecke anordnete. Die Baumaßnahmen wurden 1873 abgeschlossen und seitdem stand der Schifffahrt der "König-Wilhelm-Kanal" zur Verfügung und die Flößer mieden fortan den gefährlichen Weg über das Haff. Der Kanal war rund 24 km lang. Heute wird er nicht mehr gebraucht. Die Verbindung zum Haff bei Schmelz wurde zugeschüttet.[4]

Der Name Windenburg leitet sich vermutlich von der Bezeichnung Wente für die ganze Halbinsel ab.[5] 1626 wurde in Windenburg auf einem Hügel eine Kirche gebaut, wofür man vermutlich die verbliebenen Steine der Burg verwendete. Sie stürzte jedoch in der Nacht zum 1. 11. 1702 ein und wurde nicht wieder aufgebaut. Die Steine schaffte man nach Kinten und baute dort eine neue Kirche,, wobei man das Kirchspiel als das Windenburger bezeichnete. Von der Windenburger Kirche zeugen wohl noch Ruinenreste.[6]

Der Leuchtturm in Windenburg wurde 1863 gebaut.[7]

Viele Bilder und Landkarten siehe unter http://wiki-de.genealogy.net/Windenburg und http://wiki-de.genealogy.net/Windenburger_Ecke Meßtischblatt von Windenburg: http://amzpbig.com/maps/0693_Minge_1911.jpg


[1] Richard Meyer, Heimatkunde des Memelgebietes, Memel 1922, S. 94
[2] Heinrich A. Kurschat, Das Buch vom Memelland, 2. Aufl. 1990, S. 97
[3] Heinrich A. Kurschat, Das Buch vom Memelland, 2. Aufl. 1990, S. 364
[4] Günther Pietsch, Die Geschichte des König-Wilhelm-Kanals im Memelgebiet, www.memelland-adm.de; Richard Meyer, Heimatkunde des Memelgebietes, Memel 1922, S. 28
[5] Heinrich A. Kurschat, Das Buch vom Memelland, 2. Aufl. 1990, S. 364
[6] Heinrich A. Kurschat, Das Buch vom Memelland, 2. Aufl. 1990, S. 366
[7] Heinrich A. Kurschat, Das Buch vom Memelland, 2. Aufl. 1990, S. 395

Leuchtturms in Windenburg (Kurschat)
 
 
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