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Der Ortsteil Forken von Bludau

Forken liegt in einer Talsenke östlich von Bludau und war als Krug am Weg nach Königsberg, schon bekannt, als sich der Name Forken noch nicht eingebürgert hatte. Der Ortsname leitet sich von dem früheren Besitzer PETER FORCKE ab. Dieser hatte den Krug am 16. Februar 1481 zu Cölmischem Recht verschrieben bekommen. Aus dem Krug entwickelte sich ein Vorwerk von „der Kobbelbude“ und dann ein Rittergut mit dem Vorwerk Damerau nordöstlich von Forken.

Seit 1875 war das Gut im Besitz der Familie von Artur Freiherr von Buddenbrock. Er brachte das Anwesen, das in vergangenen Zeiten sehr oft den Besitzer gewechselt hatte, zu neuer Blüte. Letzter Besitzer bis Januar 1945 war Horst Freiherr von Buddenbrock. Durch die Kriegseinwirkungen wurde das Gut vollständig zerstört.

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Forken liegt in einer Talsenke östlich von Bludau und war als Krug am Weg nach Königsberg, schon bekannt, als sich der Name Forken noch nicht eingebürgert hatte. Der Ortsname leitet sich von dem früheren Besitzer PETER FORCKE ab. Dieser hatte den Krug am 16. Februar 1481 zu Cölmischem Recht verschrieben bekommen. Aus dem Krug entwickelte sich ein Vorwerk von „der Kobbelbude“ und dann ein Rittergut mit dem Vorwerk Damerau nordöstlich von Forken.

Seit 1875 war das Gut im Besitz der Familie von Artur Freiherr von Buddenbrock. Er brachte das Anwesen, das in vergangenen Zeiten sehr oft den Besitzer gewechselt hatte, zu neuer Blüte. Letzter Besitzer bis Januar 1945 war Horst Freiherr von Buddenbrock. Durch die Kriegseinwirkungen wurde das Gut vollständig zerstört.

Eine vollständige Zusammenfassung der Entwicklung des Gutes von 1770 bis 1945 hat Dr. H.W. Quassowski, Berlin, gegeben, dessen Familie 1789 in den Besitz von Forken gekommen war.

Das Gut Forken, Kreis Fischhausen, von dem Ministerialrat im Reichswirtschaftsministerium Dr. H.W. Quassowski (27. 10. 1890 - 25. 11. 1968):

In Königsberg am 5. III. 1770 wurde dem Amtsschreiber Gottlob Philipp GEISLER das im Samland gelegene Kruggut Forken zu cölmischen Rechten verschrieben. Es war bisher Amtsvorwerk der Domäne Kragau gewesen. Die Domänenverwaltung gab das 13 Hufen und 8 Morgen 14 Geviertruten magdeb. große Vorwerk ab, weil die Gebäude schlecht, die Äcker sandig waren und eine andere Scharwerkseinteilung zweckmäßig erschien.

Das neue Gut hatte freie Hütung in der Heide und 30 Fuder Stubben und Sprockholz usw. aus der Königlichen Forst. Es erhielt Brau- und Schankrecht mit der Auflage, 60 Tonnen Lagerbier jährlich aus dem Amte Kragau zu beziehen oder laufend Abstandszahlungen von 80 Talern zu leisten. Der Erlös war mit 1 Taler 45 Gr. (Groschen) je Tonne Bier, das heißt mit 90 Talern angenommen. Brennrecht wurde nicht gewährt, der Branntwein war vielmehr aus dem Amte zu beziehen.

Neben dem Kruge sollten 4 Instleute angesetzt werden, für die je weitere 20 Fuder Brennholz frei waren. Diese Instleute wurden jedoch erst 1780 angesetzt, und zwar zu Ostern MILTZKE, dann im Herbst PREUß, MELLER und BOBETH. Bis dahin war Forken noch von Kragau aus bewirtschaftet worden. Für Unglücksfälle durch Brand, Krieg, Pest, Überschwemmung, Hagel, Misswachs und Viehsterben wurde dem Gutsherren die auch für andere Cölmer übliche Staatshilfe zugesagt.

Wir sehen also, wie die damals gebundene Volkswirtschaft von Amts wegen fast alle wirtschaftlichen Dinge regelte und den Wirtschaftenden nur in beschränktem Umfange Bewegungsfreiheit ließ. Die Verschreibung wurde vom Generaldirektorium zu Berlin, bei dem die gesamte Verwaltung zusammenlief, am 29. III. 1770 bestätigt.

Geisler war wohl entweder nur als Strohmann aufgetreten, oder aber er hatte nur ein Handelsgeschäft machen wollen, denn er verkaufte bereits am 1. VI. 1770 an den Oberamtmann Jacob Gottlieb STEPPUHN , den Generalpächter von Kragau, für 3000 Fl. Steppuhn ließ sich in Berlin am 30. X. 1770 dann noch eine Palwe, d. h. ein mit Gestrüpp bewachsenes Heideland im Bludauschen Forst verschreiben, Damerau genannt, von 8 Hufen culmisch oder 18 Huf. 3 Morg. 49 ½ Rut. magdeburg Hierfür waren jährlich zu zahlen: 1 Tlr. Jagdgeld ab Trinitatis 1772 und 90 Tlr. 42 Gr. 2 Pf. Erbpachtzins ab Trin. 1782. Mit Genehmigung der Kriegs- und Domänenkammer zu Königsberg vom 18. 5. 1778 wurden die Grundstücke zusammen geschrieben.

Nach einer vom Amtmann Krüger aus Lochstädt unter Mitwirkung der Landgeschworenen SCHNEEGE und GLAGAU aus Kragau am 2. 11. 1780 gefertigten Schätzung hatte das Gut damals einen Wert von 3540 Tlr. oder 10 620 Fl. Es waren 7 braune Wallache, 3 braune Stuten, 3 rotbunte und 3 schwarzbunte Ochsen, 20 Kühe, 1 Bulle und 30 Kälber vorhanden. Auf Neubauten hatte Steppuhn 580 Tlr. verwandt. Laut Aussage des Krügers SCHREY wurde nicht gebraut, da das Braugerät noch nicht vollständig war, auch konnten nur durchschnittlich 58 Tonnen Amtsbier im Jahre verschänkt werden.

Am 10. 4. 1784 kaufte der Sohn Ernst Ludwig STEPPUHN von seinen Eltern Forken mit Damerau für 2552 Tlr. 30 Gr. und Ausgedinge (Altenteil). Über dieses gibt der Kaufvertrag wie folgt Auskunft: § 7. Übernimmt Käufer seine Eltern nebst einer freien Wohnung und Feuerung in der obersten Gelegenheit, auch noch in der Art zu alimentieren, dass sie ihm von dem, was Gott in der Wirtschaft gibt, an einem Tische zeitlebens essen und trinken sollen, dahingegen können unter dieser Alimentation keine Delikatessen verstanden werden, weil die Revenuen des Guts, nicht so viel abwerfen, diese Sachen anzuschaffen; hiernächst muss Käufer seine Eltern nach ihrem Absterben auf eigene Kosten beerdigen lassen. 1784 wird erstmalig ein Hofmann genannt: GYBRANSKY.

Am 2. II. 1789 überließ der jüngere Steppuhn Forken mit Damerau für 9000 Fl. seinem Schwager, dem Amtmann Gustav Heinrich QUASSOWSKI, der seit 1780 Generalpächter der Domäne Kragau war. Aus dem Kaufvertrag ist erwähnenswert:
§ 5. Verkäufer macht es hibey zum Beding, dass Käufer ihm vor seine Person von Trin. A. c. ein Jahr in Kobbelbude eine Stube nebst freyer Defrairung, Aufwartung und Feuerung gebe, auch ebenso lange ihm 2 Pferde auf freyem Futter halte, und zwar ein Pferd das ganze Jahr täglich mit 1 ½ Metz Haaber und Heu, soviel als es will, das andere aber nur von der Zeit der Einstallung zur frischen Weide täglich 1 ½ Metz Haaber und genugsames Heu, des Frühjahrs und des Sommers hindurch aber mit der freyen Weide im Forkschen Rossgarten unterhalte, welches Käufer zu leisten verspricht.
§ 6. Ferner übernimmt Käufer das der verwitweten Frau Oberamtmann STEPPUHN vom Verkäufer stipulirte lebenslängliche Ausgedinge, nach der vom Lehns Sekretär Steppuhn in Händen habenden besonderen Handschrift künftig ohne Abänderung zu entrichten.“

Quassowski zahlte 600 Tlr. bar und übernahm im Übrigen die später erwähnten Schulden. Die Wirtschaft wurde Trin. 1789 übergeben. Forken trug damals folgende Jahreslasten:
1 Tlr. 10 Gr. Dezem für die Kirche Fischhausen, 35 Tlr. Kontributions-, Fourage- und Servisgeld für das Steueramt, 69 Tlr. 50 Gr. Erbpacht für die Rentei, ferner an Schmiede-, Kopf- und Hornschoß 5 Tlr., Fischereigeld 30 Gr. Und Jagdgeld 30 Gr. An Hypothekenschulden waren eingetragen:1500 Tlr. für den Artilleriehauptmann Siegmund von Steinwehr laut Schuldverschreibung Königsberg 30. VI 1778, 400 Tlr. seit dem 24. I. 1781 für die Witwe des Mühlenerbpächters Joh. Frdr. SCHADEWINKEL, Rosine Albertine WEYCKER, wiederverheiratet mit Karl Christian WIECK zu Mühle Thierenberg, 100 Tlr. seit 16. XI 1784 für den Kriegsrat Joh. Frdr. Wilh. FAHRENHEID, der auch die übrigen Lasten übernahm und diese in Gesamthöhe von 2000 Tlr. am 17. IX 1789 an Frau Dorothea Wilhelmine FRIESE geb. KANTEL zu Königsberg abtrat. Laut Schuldurkunde vom 16. XI 1784 waren außerdem für einen Bruder des damaligen Gutsbesitzers, den Lehnssekretär Michael Gottlieb STEPPUHN zu Gerdauen 200 Tlr. eingetragen, auch bestand eine Schuld von 200 Tlr. an den Burggrafen Ludwig TAUREK zu Birkenfeld, dessen Tochter Henriette im Herbst 1784 den späteren Justizrat Samuel Heinrich SREPPUHN geheiratet hatte.

Quassowski konnte am 23. YII 1795 alle Schulden löschen lassen, nahm aber am 4. IV. von der Fischhauser Amtsdepositenkasse (Stelle für Mündelgelder) 1600 Tlr. zu 4 ½ % für ein Jahr neu auf. Inzwischen waren noch 800 Tlr. Sicherheit wegen der Pacht von Kragau für die Kriegs- und Domänenkammer zu Königsberg eingetragen, nachdem zuvor seit dem 4. XII 1792 in gleicher Höhe der Generalmajor von Appenburg sich für die Zahlung der Pacht für die Domäne Kragau durch Quassowski verbürgt hatte.

Am 20. IX. 1799 (bestätigt vom Forstdepartement des Generaldirektoriums Berlin 8. VII 1799) kaufte Quassowski 5 Huf. 16 Morg. 65 Rut. unbebautes Land bei Damerau hinzu gegen einen Jahreszins von 7 Gr. 9 Pf. Je Morgen, d. h. 41 Fl. 11 Gr. 4 ½ Pf. Erbpacht, frei von allen öffentlichen Lasten, aber auch ohne Recht auf Ermäßigung der Erbpacht bei Unglücksfällen. Schon früher hatte er übrigens die Schmiede in Kobbelbude nebst 5 Morg. Land erworben.

Den ganzen Besitz verkaufte er am 30. 1799 für 18 000 Tlr. bar und Übernahme des Ausgedinges für die verwitwete Frau Oberamtmann STEPPUHN, bestehend in 6 Schl. Roggenmehl, 1 Sch. (Scheffel) Weizenmehl, ½ Achtel Holz und einem fetten Schwein an den Hafenbauinspektor Johann Ludwig JOHN aus Memel, an den er auch die Pacht von Kragau abgab. Er zog sich nach Königsberg zurück und erwarb in der Altstadt unterm Berg ein Großbürgerhaus.

JOHN war verheiratet mit Katharina Elisabeth, Tochter der verwitw. Frau Ratsassessor Sophie Charlotte WOLFF geb. HOEPFNER, und erhielt von seiner Schwiegermutter 24 000 Fl. auf Forken geliehen. Weiter nahm er 1802 von der verw. Frau Kommerzienrat GRAMATZKI geb. MURISON 4000 Tlr., 1804 von deren Schwiegersohn, dem Kirchenrat Gotthilf Christoph Wilhelm BUSOLT noch 2000 Tlr. auf. JOHN vergrößerte seinen Besitz am 3. II. 1804, indem er von der Immediat-Forstbaukommission zu Königsberg weitere 20 Morgen 106 Ruten magdeb. im Forst Bludau erwarb. Hiervon waren ein jährlicher Erbpachtzins im Gegenwert von 10 Schl. 15 ¾ Metz Roggen nach Ostpr. Kammertaxe, d. h. z. B. 6 Tlr. 80 Gr., außerdem Fouragelieferungen, Kriegsfuhren, Festungsbeiträge, Kirchen-, Schulen- und Mühlenabgaben zu leisten. Nachlass bei Unglücksfällen wurde nicht zugestanden.

Am 23. VI. 1804 erwarb er ferner von der Kriegs- und Domänenkammer zu Königsberg 3 Hufen kulm. oder 203 Morgen 131 Ruten magdeb. am Wischrodtschen Mühlenfließ in der Gillepalwe als Entschädigung für das ihm bisher dort zustehende Recht freier Weide. Von diesem Gelände war nur ein Tlr. 30 Gr. Jagdgeld zu zahlen; es unterlag aber der Beschränkung, dass nur mit Hühner- und nicht mit Jagdhunden gejagt werden durfte, um nicht die Jagd in Staatsforst zu schädigen.

Am 10. VIII. 1808 verglich sich Amtmann John mit der Finanzdeputation der infolge der Verwaltungsreform von 1808 an die Stelle der Kriegs- und Domänenkammer getretenen Ostpreußischen Regierung zu Königsberg über die Abfindung der Holz- und Hütegerechtigkeit seines Gutes Forken. Es standen ihm jährlich drei Achtel weich Brennholz und 110 Fuder Sprockholz zu. Er erhielt gegen seinen Verzicht 100 Morgen 176 Ruten magdeb. im Forst Bludau zu einem Erbzins von 6 Tlr. 66 Gr..

Damit war die heutige Gutsgröße wie folgt erreicht:
Forken 1770: 398 Morgen 14 Ruten., Damerau 1776: 543 Morgen 49 ½ Rt.., Zukauf 1799: 166 Morgen 65 Rt., Erwerb 1804: 20 Morgen 106 Rt. und 203 Morgen 131 Rt., Ablösung 1808: 100 Morgen 176 Rt., d. h. zusammenrund 1433 Morgen = 358 ha.

Da John gleich seinen Vorgängern Pächter der Domäne Kragau- Kobbelbude war, blieb auch unter ihm noch ein gewisser Zusammenhang zwischen Forken und Kragau bestehen. Er besaß ferner Gut Kalk im Kreise Fischhausen und wurde Landschaftsrat. Das Familienglück dauerte aber nicht mehr lange. Er starb, und die Witwe geriet in Schwierigkeiten, die ihren Grund in den Nachwirkungen des unglücklichen Krieges gehabt haben dürften. Mitte 1811 konnte sie Kalk noch freihändig verkaufen, Forken aber kam am 13. VII 1816 zur Zwangsversteigerung, bei der sämtliche Erbgelder der Kinder JOHN ausfielen.

Die Besitzung wurde von BUSOLT, der auch die Hypothek der Witwe WOLFF (wiederverheiratet mit Stadtrat BOEHM zu Königsberg) 1804 übernommen hatte, für 9325 Tlr. erworben und am 18. VIII 1816 für 11 000 Tlr. an den Amtsschreiber Christoph Wilhelm WALTER verkauft. Er hatte damit seine eigenen Hypotheken noch nicht voll decken können.

Walter war mit Christine Dorothea TILLHEIM verheiratet und nicht kapitalträchtig genug, um bei der damaligen schweren landwirtschaftlichen Krise das Gut auf Dauer halten zu können. 1824 kamen Forken unter Zwangsverwaltung, und am 28. IV 1826 erwarb es der Amtmann Johann Adam DORN ZU PARTHEINEN in der Zwangsversteigerung für den geringen Betrag von 2300 Talern. Hierbei fielen u. a. auch die 4000 Tlr. Restkaufgeld der Eheleute BUSOLT aus. WALTER lebte 1827 zu Bludau, 1828 zu Schupehnen im Amte Grünhof.

DORN und seine Frau Susanne KAROLINE FISCHOEDER nahmen am 17. XI. 1828 von der Frau Kanonikus WEISS Geb. BLOM 4000 Tlr. auf. Am 20. XI. 1828 tauschten sie mit dem Fiskus eine Wiese von Forken gegen eine andere von ebenfalls 18 Morgen 119 Rt. pr. Im Herbst 1842 tauschte der Fiskus das 1808 abgetretene Wiesenstück von 100 Morgen 176 Rt. wieder ein gegen eine gleich große Fläche im Hengstenbruch. 1843 werden die verschiedenen Lasten bereinigt und teilweise abgelöst.

Dorn scheint mit gutem Erfolg gewirtschaftet zu haben, denn er kann verschiedene Hypotheken in kurzer Zeit wieder zurückzahlen, die Wasser- und Windmühle Neuendorf erwerben und am 11. VIII. 1851 seinem am 22. I. 1824 geborenen Sohne, dem Leutnant d. L. Friedrich August DORN zu Tapiau, das cölm. Gut Kirschappen kaufen. Dieser verkaufte dann am 17. I. 1854 zugleich namens seiner Mutter und Geschwister Forken mit Damerau an den Kreisrichter zu Prökuls, Karl Friedrich WILHELM ERNST GRUIHN für 37 000 Tlr..

Die Witwe Dorn zog mit ihren Töchtern KAROLINE DOROTHEA, geb. 23. VIII. 1814, JOHANNA ERNESTINE , geb. 7. II. 1817, und AMALIE ELEONORE, geb. 18. IV. 1819 nach Königsberg und wohnte hier noch 1869 Tragheimer Kirchenstraße 4d .

GRUIHN war seit 1832 mit ANNA Eugenie Therese ROSTKOVIUS verheiratet, die jedoch bereits zu Forken am 24. VII. 1854 starb. Er selbst hatte um diese Zeit seinen Abschied genommen und war nach Forken gezogen, ließ sich aber das Gut von seinem Schwager Rostkovius bewirtschaften. Anfang 1860 ging er eine zweite Ehe ein mit TONI Hermine Dorothea WEISS. Am 25. IX. 1865 verkaufte Gruihn Forken für 59 500 Tlr. an BERNHARD Theodor Alexander von SCHÖN, einen Sohn des bekannten Oberpräsidenten von (Ost-) Preußen, Staatsminister Theodor von Schön.

Um diese Zeit etwa ist die Eisenbahn von Königsberg nach Pillau durch das Gutsgelände gelegt worden, bequem an den Schienenverkehr angeschlossen worden ist Forken aber erst viel später mit der Eröffnung des wenige Kilometer westlich gelegenen Bahnhofs KASPARSHÖFEN.

Schön gab Forken am 22. V. 1869, für den offensichtlich viel zu hohen Preis von 108 200 Tlr an seinen Neffen und Schwiegersohn ab, den Dr. jur. Aug. WILHELM Magnus v. BRÜNNECK, der später Geh. Justizrat und Universitätsprofessor zu Halle war. Schon nach 6 Wochen, am 3. VII. 1869 trat Wilhelm v. Brünneck das Gut für nur 71 200 Tlr. wieder an seine Schwiegermutter ab, IDA VON SCHÖN geb. von Seebach. Diese verkaufte Forken am 9. / 17. IX. 1877 (1875) für 180 600 M (Mark?), also annähernd zum gleichen Preis, zu dem das Gut vor 12 Jahren in die Familie Schoen gekommen war, an Arthur Frhr. Von Buddenbrock, Fideikommissherr auf Ottlau. Er verbesserte die Wirtschaft wesentlich. Zu seiner Zeit wurde um 1900 durch das bis dahin ganz still gelegene Gut eine Kunststraße gelegt, die neuerdings ziemlich stark von Kraftfahrzeugen benutzt wird.

Am 1. I. 1907 / 22 VII. 1909 übernahm Horst Freiherr VON BUDDENBROCK die Besitzung für 322 833 M. von seinem Vater. Er führte 1928 die biologisch-dynamische Wirtschafsweise ein und hat damit Forken als vorläufig wohl einzigen Betrieb in Ostpreußen vollkommen auf die modernste landwirtschaftliche Form umgestellt.

Zu diesem Aufsatze hat er dankenswerterweise mit Angaben über die neuere Zeit beigetragen.

Die Landwirtschaft des Gutes Forken.

Quelle: Landwirtschaftliches Adressbuch der Domänen, Rittergüter, Güter und Höfe in der Provinz Ostpreußen 1932, Kreis Fischhausen

Flächenbestand: Viehbestand:

209. 5 ha

Acker incl. Gärten

48 Stck

Pferde

43 „

Wiesen

165 „

Rindvieh, davon

100 „

Weiden

65 „

Kühe

60 „

Holzungen

130 „

Schafe

8 „

Unland, Hofraum und Wege

20 „

Schweine

Gesamtfläche : 412 ha. Einheitswert:

Das Gut hatte Fernsprechanschluss über Poweyen mit der Nummer 45

Auf einem der Wirtschaftsgebäude befand sich ein ca. 1m hohes Storchennest

Inspektor:

Herr

Höfer

Information A. Schalt

Inspektor:

Herr

Friedrich

Paulun

„ „

Letzt. Verwalter:

Herr

Emil

Domscheit

„ „

Ringleit. f. biolo-

„ „

gisch-dynam.

Wirtschaftsweise:

Herr

Harald

Kabisch

Information von Johann v. Buddenbrock

Sekretärin f. Ver-

waltung und

„ „ „

Landwirtschaft

Frau

Liselotte

Hofer 1941-43

„ „ „

Frau

Bischhof 1943- 45

„ „ „

Landarbeiter und

Melker :

Schweinefütterer:

Deputanten. Inform.

Herr August

Herr Johann

U. Voss geb. Möhrke

Thimm

Rose,

Gärtner :

Herr

Zeisel

Kutscher:

Herr Friedrich

Bage

Herr Richard

Rose

Traktorfahrer:

Herr Otto

Möhrke

Schmied:

Tischler:

Stellmacher:

Landarbeiter:

Herr

Groß

Herr Otto

Knüppel

Herr Karl

Knabe

Herr Fritz

Leskien

Schäfer:

Herr Karl

Schiffke

Damerau-Vorwek

Verwalt.u. Bearb.

Das Gut besaß eine

Herr Fritz

Herr Franz

Lokomobile zum

Tobien

Trunz

Säg. und Dreschen

Forkener Fließ 1997 (Dr. Quassowski)
Forkener Fließ und Gutsvieh (Dr. Quassowski)
Heuernte in der Vorkriegszeit (Foto: Dr. Quassowski)
Drei Forkener Reiter (Dr. Quassowski)
 
 
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