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Kirche in Barten

Saalbau ohne Chor von 1389, nach einer Quelle aus dem 16. Jh. sogar aus derselben Zeit wie die Burg, also 1325 - 1330. Sakristei im Süden, um 1400 mit Tonnengewölbe versehen. Vorhalle im Norden. Den Ostgiebel baute man 1714 um, die zusätzliche südliche Vorhalle mit neuem geripptem Kreuzgewölbe entstand 1783. Der Turm aus dem 16. Jh. wurde 1729 - 1741 durch Maurermeister Hünchen und Zimmermann Effried aus Königsberg wiederaufgebaut und erhielt das heutige Dach 1804.

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Saalbau ohne Chor von 1389, nach einer Quelle aus dem 16. Jh. sogar aus derselben Zeit wie die Burg, also 1325 - 1330. Sakristei im Süden, um 1400 mit Tonnengewölbe versehen. Vorhalle im Norden. Den Ostgiebel baute man 1714 um, die zusätzliche südliche Vorhalle mit neuem geripptem Kreuzgewölbe entstand 1783. Der Turm aus dem 16. Jh. wurde 1729 - 1741 durch Maurermeister Hünchen und Zimmermann Effried aus Königsberg wiederaufgebaut und erhielt das heutige Dach 1804.

Im Innern gab es ursprünglich wohl ein Gewölbe. Jetzt wird der Kirchenraum von einer Holzdecke oben abgeschlossen. Die Kirche wurde 1989/90 innen renoviert, ist der Unbefleckten Empfängnis Mariens geweiht und dient der katholischen Glaubensgemeinde.

Ausstattung:

  • Der Altar mit dem Wappen der Familie v. Rautter ist von 1643;
  • die Orgel ist ein Werk von Adam Gottlob Casparini aus Königsberg, 1750.
  • Zarin Elisabeth schenkte angeblich während der Besetzungszeit im 7jährigen Krieg (1756 - 1763) zwei Kronleuchter aus Messing, signiert mit dem Doppeladler, einer angefertigt 1699 und einer „renov. 1751“. Die dürften nicht mehr existieren.
  • Kanzel von 1664
  • Taufengel von etwa 1750
  • Chorgestühl aus dem 17. Jh.

Auf dem Kirchhof befand sich ein Grabstein mit der Inschrift „Thomas Gordon aus Aberdeen, gestorben 1637 in Barten“. Das soll der Mörder von Wallenstein gewesen sein. So stand es ansatzweise im Heimatbuch Rastenburg. Herr Peter Engerisser schrieb dazu folgenden Beitrag: „Johann (John) Gordon, einer der drei Exekutoren Wallensteins, starb jedoch 1649 in Danzig und liegt in Delft, Holland, begraben (vgl. Srbik, Wallensteins Ende, S. 264 und Th. A. Fisher, The Scots in Germany, Edinburgh 1902).

Von den zahlreichen Vertretern der aus Aberdeen ausgewanderten Gordons hatten sich zu Ende des 16. und Beginn des 17. Jahrhunderts eine ganze Anzahl in Ostpreußen, meist als Kaufleute niedergelassen. Dazu ist wohl auch der hier erwähnte Thomas Gordon zu rechnen. Vergl.: Th. A. Fischer: The Scots in Eastern and Western Prussia (Edinburgh, 1903). Th. A. Fischer erwähnt auch den Grabstein in Barten: dieser war jedoch nicht für Thomas Gordon, sondern von Thomas Gordon für einen gewissen Alexander Schant, geboren in Aberdeen, gestiftet worden, der in Barten im Jahr 1637 im Alter von 55 Jahren gestorben war (s. Fischer, ebd., S. 10). Ein schönes Beispiel, wie sich Mythen und Legenden entwickeln können.[1]



[1] Peter Engerisser, e-mail vom 20. 5. 2008 (p.engerisser@t-online.de)

 
 
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