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Die Burg

Die Burg aus Stein entstand ab etwa 1350 unter Bischof Johann von Meißen (1350 - 1355) bis etwa 1371 und letztlich bis etwa 1400. Da nur ein Vogt hier seinen Sitz hatte, wurden lediglich zwei Flügel aufgeführt, die sich auf der Süd- und der Ostseite befinden. Wohn- und Amtsstuben des Burggrafen - Wohnstube in der Nordostecke, Schlafraum, Refektorium und Kapelle - wurden im repräsentativen Obergeschoß des Ostflügels eingerichtet. An den beiden anderen Burgseiten standen nur kleinere Flügelbauten.

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Die Burg aus Stein entstand ab etwa 1350 unter Bischof Johann von Meißen (1350 - 1355) bis etwa 1371 und letztlich bis etwa 1400. Da nur ein Vogt hier seinen Sitz hatte, wurden lediglich zwei Flügel aufgeführt, die sich auf der Süd- und der Ostseite befinden.Wohn- und Amtsstuben des Burggrafen - Wohnstube in der Nordostecke, Schlafraum, Refektorium und Kapelle - wurden im repräsentativen Obergeschoß des Ostflügels eingerichtet. An den beiden anderen Burgseiten standen nur kleinere Flügelbauten. Es gab zwei Danzker, wobei der nördlich gelegene Abortturm erst angelegt wurde, als man im 19. Jh. das Gefängnis einrichtete.

Im Erdgeschoss des Südflügels befanden sich Küche, Brauerei, Badestube, Vorratskammern, darüber die Repräsentationsräume Kleiner und Großer Remter sowie Gemächer für den Bischof und sein Gefolge. Den Südflügel baute man 1822 vollständig zur Kirche mit Satteldach um und ergänzte den ohnehin veränderten Westgiebel um ein achteckiges Türmchen.

Dominiert wird die Festung immer noch von dem mächtigen zylindrischen Bergfried auf quadratischem Unterbau in der Nordwestecke mit einem Dekorationsfries aus Rundbögen und Schießscharten, in dieser Art 1594 gestaltet. Er war einer der größten seiner Zeit. Das aufgesetzte Kegeldach ist von 1893.

Im quadratischen, aus der Wand hervorspringenden Torturm auf der Westseite mit Pyramidendach ist noch die hohe Fallgitternische zu erkennen.

Auf der Westmauer zwischen Torturm und Bergfried verläuft ein gedeckter Wehrgang mit Wurfscharten und Schießluken. Von der einst starken Außenbefestigung, 1505 unter Bischof Lukas Watzenrode hinzugefügt, sind vor allem im Norden der Burg noch Reste zu finden

In der Nachordenszeit residierte in dem Burgkomplex ein Burggraf bis zur Annexion des Fürstbistums durch Preußen aus Anlass der ersten polnischen Teilung 1772. Ab 1780 richtete man in dem Gebäude ein Zuchthaus ein, das jedoch 1806 abbrannte.

Noch unter Friedrich Wilhelm III. übernahm 1822 die evangelische Gemeinde das Burggelände, errichtete auf der Südseite eine Kirche und gab dem Pfarrer eine Wohnung im Ostflügel. Der 1806 abgebrannte Wehrturm wurde erst 1893/94 unter der Leitung von Conrad Steinbrecht mit Bogenfries und Kegeldach wieder aufgebaut

In der Zeit zwischen den Weltkriegen restaurierte man Teile der Burg und richtete 1929 in den Räumen ein Heimatmuseum ein. Die Nutzung der Kirche und deren Verwaltung durch die evangelische Gemeinde endete 1952. Die polnische soziokulturelle vereinigung "Pojezierze" übernahm die Verantwortung für die Burg 1958. in den 1970er Jahren fanden auf dem Gelände archäologische Grabungen statt.[1] Weitere Informationen über die Burg in Rössel sowie Bilder und Zeichnungen findet man bei Malgorzata Jackiewicz-Garniec/Miroslaw Garniec, "Burgen im Deutschordensstaat Preußen - Pomesanien, Oberland, Ermland, Masuren", Olsztyn 2009, S. 372 - 385

Der Burgkomplex wurde 1975 - 1988 restauriert. Heute ist in der Kirche eine Galerie für moderne Kunst untergebracht. In einem Nebenraum werden vorzeitliche Gegenstände - Krüge, Teller etc. - ausgestellt, die bei Ausgrabungen im Burgbereich seit etwa 1984/85 gefunden wurden. Die Heimatgesellschaft “Pojezierskie” - übersetzt: Seengebiet - hat in der Burg ihr Zentralbüro.

Außerdem hat sich in der Burg das Hotel Zamek Reszel – Kreativ Hotel Sp.z.o.o einquartiert.


[1] Malgorzata Jackiewicz-Garniec/Miroslaw Garniec, Die Burgen im Deutschordenssaat Preußen, Olsztyn 2009, S. 385

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