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Der Stablack

Der Stablack, der sich vor allem nördlich von Mehlsack bis nach Gorowo Ilaweckie - Landsberg im Osten erstreckt und seine Spitze von 216 m üNN im Schlossberg (Gora Zamkowa) hat, ist Urgestein aus dem Tertiär, das während der Eiszeit völlig abgeschliffen wurde. Die schmelzenden Gletscher lagerten ihren Schutt in Felsritzen und auf Ebenen als End- und Grundmoränen ab. Überall liegen große Steine und Felsbrocken herum. Daher rührt auch der prußische Name Stablack, was “Steinfeld” bedeutete. Daneben gibt es Moore und Bruchlandschaften als Reste inzwischen verlandeter nacheiszeitlicher Seen.

Im Stablack entspringen einige Flüsse, so die Drewenz (Drweca), aus dem Klaren See am Schloßberg bei Wildenhoff die Walsch (Walsza), Stradick (Stradyk), Pasma (Pasmar), Frisching (Swieza), Elm (Elma).

Dabei ist die Walsch, die durch Mehlsack fließt, ein oft tief in den Untergrund eingeschnittenes Flüsschen, mitunter so quirlig wie ein Gebirgsbach. Nachdem sie den Walschsee passiert hat, muss sie auf einer Länge von 37 km einen Höhenunterschied von 190 m überwinden. Bei Kajmiti - Heistern beträgt das Gefälle 5 m auf einen Kilometer. In Mehlsack bildet die Walsch einen Katarakt. Anstelle von Getreide- und Ölmühlen sowie eines Sägewerks am Eingang zum Tal installierte man nach dem 1. Weltkrieg Stromgeneratoren, die auch heute noch den Kreis Braunsberg mit Strom versorgen sollen.

Am Hang des Flusstales, wo auch seltene Pflanzen wachsen und viele Vögel Nistplätze finden, entspringen heilkräftige Quellen. Es gab einen Heilbrunnen mit einer ständig gleichen Temperatur von 8,5 ° C, schwefelwasserstoffhaltig, mit Heilwirkung bei Augenkrankheiten. Eine fromme Patientin errichtete hier einst eine Kapelle und es gab auch einmal ein imposantes Kurhaus. Die beeindruckende Naturlandschaft gab 1907 den Anlass, hier eines der ersten Naturschutzgebiete Europas einzurichten.

Im Sommer 1934 begann man, im Stablack auf einer Fläche von 10.000 Hektar den „Truppenübungsplatz Stablack“ anzulegen. Seit der dritten Septemberwoche 1939 brachte man polnische Kriegsgefangene in großen Zeltlagern auf dem Gelände unter, bevor sie zum Arbeitseinsatz auf die umliegenden Dörfer verteilt wurden. Anschließend errichtete man im Gebiet das Stammlager 1a, ein Barackenlager für Kriegsgefangene.

Während des ganzen 2. Weltkriegs war der Truppenübungsplatz mit Militär belegt. Es fanden laufend die verschiedensten Lehrgänge statt, die von vielen deutschen Soldaten durchlaufen wurden. Auch heute noch sollen dort Schießübungen stattfinden, und zwar von den Russen in dem Teil, der zu ihrem Bereich gehört.

Auf dem Gelände des Truppenübungsplatzes entstand ab Herbst 1935 zwischen den Flüsschen Liebe und Rogoßel auf Flächen des Dorfes Domtau und der Güter Grundfeld und Waldkeim eine Siedlung, die Gartenstadt Stablack, heute russisch Dolgorukowo. Noch zum Kriegsbeginn war die vorgesehene Planung nicht vollständig umgesetzt. Diese Gartenstadt, die 1939 einschließlich Militär 2730 Einwohner zählte, geriet ohne große Kampfhandlungen in die Hände der Sowjetarmee, die vor allem die Kasernenanlagen weiter nutzte.

 
 
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