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Pierzchaly - Pettelkau

An der Passarge (Pasleka) bei Pettelkau befand sich zur Vorordenszeit vermutlich ein kultisches Zentrum der Prußen, das Feld Poltikow, von dem sich der deutsche Name ableitete. Dieses Gelände übergab 1296 Bischof Heinrich I. einem Deutschen namens Theoderich zur Besiedlung und der nannte sich hinfort Theoderich von Poltikow. Man hat Theoderich von Poltikow für einen Angehörigen des alten Preußenvolkes gehalten und Poltikow als preußischen Personennamen genommen. Das ist nicht der Fall. Poltikow ist vielmehr der Name des altpreußischen Feldes, das der Deutsche Theoderich von Bischof Heinrich I. zur Besiedelung erhielt, und das ihm dann den Beinamen Theoderich von Potilkow gab.

Bereits für 1311 ist ein Dorf urkundlich belegt. Die Söhne Johannes und Tylo von Poltikow veräußerten den Besitz. Johann heiratete in Frauenburg die Tochter von Gerhard Fleming, Bruder von Bischof Heinrich I. Fleming und Gründer der Siedlung Frauenburg. Wann genau Poltikow in den Besitz des Kollegiatsstifts gelangte, ist nicht geklärt.

Um die Prußen für das Christentum zu gewinnen, förderte die Kirche die Einrichtung einer der Jungfrau Maria gewidmeten Wallfahrtsstätte an diesem Ort und Bischof Hermann von Prag (1338 - 1349) stiftete im Jahr 1341 ein Kollegiatskapitel, dem das Gut Pettelkau - erstmals urkundlich erwähnt 1296 - samt Dorf übereignet wurde. Allerdings zog das Kapitel schon 2 Jahre später nach Glottau, um den dortigen Wallfahrtsbetrieb zu stärken, und von dort 1347 letztendlich nach Guttstadt. 1378 tauschten die Kollegiatsherren den Besitz Pettelkau gegen die Dörfer Kongnau und Warlack, die von Guttstadt aus besser zu erreichen waren. Pettelkau wurde dem weltlichen Besitz des Bischofs zugeordnet.

In der Anfangszeit existierte eine Kirche aus Holz, die vom Kollegiatskapitel umgehend durch ein Gebäude aus Stein ersetzt werden sollte. Allerdings realisierte man nur den Chor. Als das Stift zwei Jahre später, 1343, nach Glottau umzog, schloß man den entstandenen Raum durch einen Turmbau ab und diese Kirche hat sich bis in unsere Tage weitgehend erhalten. Erste urkundliche Erwähnung 1405. Die Kirche wurde im 2. Weltkrieg schwer beschädigt, in nachsozialistischer Zeit aber mit Hilfe auch von heutigen und früheren Einwohnern wieder aufgebaut und am 17. Oktober 1999 von Erzbischof Dr. Edmund Piszcz neu geweiht.

 
 
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