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Drygaly - Drygallen/Drigelsdorf

Das Dorf wurde 1436 von einem Martin Drygall gegründet, der für die Kolonisierung im Ostteil des Pflegeramtes Johannisburg zuständig war. Er hatte vom Orden 85 Hufen Bauernland sowie 8 Hufen (10 %) als Ausstattung für den Dorfschulzen zur Besiedlung in dem Dorf, das seinen Namen trug, zugewiesen bekommen und übernahm selbst vermutlich das etwa 40 Hufen große Gut Pogorzellen, das nördlich an das Dorf angrenzte. Allerdings scheint die Familie des Lokators bald ausgestorben zu sein, vielleicht ist sie den nachfolgenden Kriegen zum Opfer gefallen.

1505 kaufte ein Martinus Gutowski aus der Gegend von Wonsosz in Polen Ländereien in Drygallen, Wiersbinnen und Schlaga. Sein Sohn Paul nahm später in Anlehnung an seinen Wohnsitz in Drygallen den Namen „Drygalski“ an. Paul war Pfarrer in Drygallen (1546 – 1596) ebenso wie sein Sohn Martin (1596 – 1612) und sein Enkel Paul war Pfarrer in Kutten (1650 – 1655). Die Familie Drygalski erscheint bis zum Beginn des 18. Jhs. in Drygallen, danach in Lötzen und parallel dazu im 17. und 18. Jh. im Kreis Angerburg.

Drygallen war ein landwirtschaftliche geprägtes Dorf mit vorwiegend kleinen Höfen auf ertragreichen Böden: rd. 60 Prozent der Betriebe verfügten über Flächen zwischen 2 ha und 20 ha, nur drei Betrieben besaßen mehr als 100 ha. Außerdem gab es eine Domäne, die auf 550 ha Ackerland und Wiesen wirtschaftete. Man baute hauptsächlich Roggen und Kartoffeln an. Die ausgeprägte Gründlandwirtschaft war die Basis für die starke Viehwirtschaft und Drygallen war bekannt als Körplatz für die Rinder- und Schweinezucht.

ufH In unserer heutigen Zeit macht der Ort keinen prosperierenden Eindruck. Herr Günter Klepke, der 2008 dort war, weil seine Mutter von dort stammt, findet ihn sogar etwas verwahrlost und die Jugend des Dorfes dem Alkohol sehr zugetan – wahrlich kein Zeichen einer blühenden Landschaft. Es gibt nur ein wenig Holzverarbeitung. Der Tourismus umgeht Drygallen und den ganzen Ostrand Masurens.

Bereits 1438 wurde von einer Kirche berichtet. Diese ging jedoch beim Einfall der Tataren in Flammen auf. Der Nachfolgebau von 1660 musste schon 1730 wegen Baufälligkeit aufgegeben werden. Nunmehr entstand 1731/32 auf dem Kirchenberg ein kleines Gotteshaus unter dem architektonischen Einfluss von Joachim Ludwig Schultheiß v. Unfried. Der alte Kanzelaltar aus Teilen des 17. und 18. Jhs. wurde nach 1945 wieder getrennt.

Vor der Kirche befinden sich Kriegsgräber für Gefallene des 1. Weltkriegs, an die ein Gedenkstein erinnert. Das Pfarrhaus stammt noch aus dem 18. Jh.

Eine Schule gab es in Drygallen ab etwa 1480, eingerichtet und unterhalten von der Kirche. Von einem Schulgebäude wurde im 18. Jh. berichtet, als 1749 und erneut 1781 das Schulhaus abbrannte. Ab 1814 fand der Unterricht wahrscheinlich im Diakonatsgebäude statt und 1827 wurde eine zweite Schulklasse eingerichtet. 1882 hatte war die Schule dreiklassig und 1898 wurden 250 Schüler auf 4 Klassen aufgeteilt. Um die Raumnot zu beheben, erwarb man 1897 für 15.00 Mark das Haus des Gutsbesitzers Ziehe und baute es zweckentsprechend um. 1906 folgte eine fünfte Klasse, 1930 eine sechste und 1933 war die Schule siebenklassig. Das umgebaute Gutshaus war längst wieder zu klein geworden. Endlich baute man ein angemessenes Schulgebäude, das am 22. Oktober 1929 eingeweiht werden konnte.[1]

Viele detaillierte Informationen über Drygallen findet man in der Heimatchronik Drygallen – Drigelsdorf, Bearbeitet und herausgegeben von Käte Schulze, Reiner Kruklinski, Kurt Iwanowski und Dr. Manfred Paul Solenski. Sie basiert auf der Ausarbeitung von Reiner Kruklinski, die bereits 2001 vorgestellt worden war und wurde in gemeinschaftlicher Arbeit ab 2006 überarbeitet und neu gestaltet und erschien 2008. Bezugsquelle: Reiner Kruklinski, Kaiserstrasse 52, 24143 Kiel


[1] Drygallen – Drigelsdorf, Unsere Heimatchronik 1436 - 1945

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Kirche Drigelsdorf 2012 (C. Pelka)
Kirchentürgriffe 2012 (C. Pelka)
Kreuz Pfarrer Braczko 2012 (Pelka)
Ehem. Pfarrhaus 2012 (C. Pelka)
 
 
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