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Rettung der Burg 1410 und ihr endgültiger Verlust für den Ordensstaat

Als die höchsten Ordensrepräsentanten 1410 tot auf dem Schlachtfeld von Tannenberg zurückblieben, war der Ordensstaat dem Zusammenbruch nahe. Es war Heinrich von Plauen, Komtur von Schwetz, der den Ordensstaat vor dem sofortigen Untergang rettete. Er nahm an der Schlacht von Tannenberg nicht teil, weil ihm die Sicherung von Pommerellen übertragen worden war, und ergriff sofort die Initiative.


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Als die höchsten Ordensrepräsentanten 1410 tot auf dem Schlachtfeld von Tannenberg zurückblieben, war der Ordensstaat dem Zusammenbruch nahe. Es war Heinrich von Plauen, Komtur von Schwetz, der den Ordensstaat vor dem sofortigen Untergang rettete. Er nahm an der Schlacht von Tannenberg nicht teil, weil ihm die Sicherung von Pommerellen übertragen worden war, und ergriff sofort die Initiative.

Nach der Kunde von der Vernichtung des Ordensheeres zog er ohne zu zögern im Eilmarsch in die Marienburg ein und organisierte deren Verteidigung. Um den erwarteten Angreifern die Deckungsmöglichkeit zu nehmen, ließ er die Häuser der vorgelagerten Stadt Marienburg bis auf Kirche und Rathaus niederbrennen.

Die Belagerung durch die bald anrückenden Polen dauerte 2 Monate und blieb erfolglos. Auch einKommandounternehmen misslang: die Belagerer hatten es geschafft, einen Verräter innerhalb des Schlosses zu finden. Als die Führer der Marienburg im Sommerremter tagten, hing dieser Abtrünnige eine rote Mütze außen an eines der Fenster. Sie sollte einem Kanonenschützen als Markierung dienen, um mit einem gut gezielten Schuss den einzigen Stützpfeiler in der Mitte des Raumes zu treffen und die dort Versammelten unter dem einstürzenden Gewölbe zu begraben. Die Kugel verfehlte nur knapp ihr Ziel und blieb in der Wand neben dem Rauchabzug des Kamins stecken. Dort konnte und kann sie fortan besichtigt werden.

Als Seuchen im Heer der Belagerer immer stärker wüteten - dank Danzker nicht unter den Belagerten -, zogen sie ab. Marienburg und Ordensland waren vorerst gerettet.

Im Städtekrieg des mit den Polen verbündeten Preußischen Bundes gegen den Orden (1454 - 1466) war der Ordensstaat finanziell dermaßen ausgeblutet, dass er mangels Geldreserven sein Land und seine Burgen, u. a. auch die Marienburg, an die angeworbenen Söldner verpfänden musste. Als das Pfand für die Marienburg fällig war, hatte der Orden immer noch kein Bargeld. Also verkauften die Söldner unter der Führung des Böhmen Ulrich Crvenk von Leditz die verpfändete Burg für 190.000 Florin (24.000 Gulden) an den König von Polen. Der Hochmeister wurde am 6. 6. 1457 seines Schlosses verwiesen und zog sich nach Königsberg zurück. König Kasimir ritt am 7. Juni 1457 in die Marienburg ein, die bis 1772 im Besitz Polens blieb.

Der Verkauf der Marienburg war juristisch anfechtbar, denn dem Söldnerführer wurde Bestechung durch die Polen nachgewiesen. Sein böhmischer Landesherr entkleidete Crvenk von Leditz deshalb später seiner Ritterwürde und warf ihn in den Kerker.

 
 
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